Leutascher Bürgermeister tritt nach 14 Jahren zurück
Thomas Mößmer zieht sich aus gesundheitlichen Gründen vollständig aus der Politik zurück. Die Nachfolge des 62-Jährigen ist völlig unklar.
Von Denise Daum
Leutasch –Kein Geringerer als Mahatma Gandhi hat den langjährigen Bürgermeister von Leutasch dazu inspiriert, auf sich zu schauen und nun die Notbremse in seinem Leben zu ziehen: „Es gibt Wichtigeres im Leben, als beständig dessen Geschwindigkeit zu erhöhen.“ Mit diesem weisen Spruch des indischen Widerstandskämpfers verabschiedet sich Thomas Mößmer aus der Lokalpolitik. „Ich habe immer Vollgas gegeben. Ein gesundheitliches Problem hat mich nun wachgerüttelt. Irgendwann muss man einen Schlussstrich setzen“, erklärt Mößmer im Gespräch mit der TT.
Mehr als 40 Jahre stand er insgesamt im Dienst der Gemeinde. Zunächst als Verwaltungsmitarbeiter, dann als Amtsleiter und schließlich als Bürgermeister. Heute hat er seinen letzten Arbeitstag. Mit 28. Dezember legt er alle Ämter zurück. Und das sind viele: Mößmer war nicht nur Bürgermeister, sondern auch Obmann des Abfallbeseitigungsverbandes der Region 10, Geschäftsführer des Alpenbads Leutasch, Kassier beim Sozial- und Gesundheitssprengel Seefelder Plateau, Substanzverwalter der Gemeindegutsagrargemeinschaft sowie Obmann der Jagdgenossenschaft Leutasch und Jagdleiter. Die Lücke, die Mößmer in der Gemeinde und der Region hinterlässt, ist groß.
Eine Lücke füllt jedenfalls vorübergehend Vizebürgermeister Georgios Chrysochoidis. Der 28-Jährige zeigt sich vom Rücktritt völlig überrascht. „Damit hat niemand von uns gerechnet, es gab keine Anzeichen dafür. Wir haben uns im Gemeinderat auch gut verstanden“, sagt Chrysochoidis in einer ersten Reaktion. Er steht nun bis zur Neuwahl der Gemeinde vor. Wie es weitergeht, will er erst mit seiner Liste „Für Leutasch“, die sieben von 15 Mandate innehat, besprechen. „Ich habe alle drei Gemeinderatsfraktionen eingeladen, um zu besprechen, wie es weitergeht“, erklärt Chrysochoidis. Ob er sich der Wahl zum Bürgermeister stellen wird, ist noch unklar. Ebenfalls offen ist, ob aus der Bürgermeisterliste jemand für das Amt kandidieren möchte.
„Die gesetzlichen Bestimmungen sehen vor, dass die Bezirkshauptmannschaft innerhalb von sechs Wochen nach dem Inkrafttreten des Rücktritts die Bürgermeister-Neuwahl ausschreiben muss“, erklärt Christine Salcher von der Gemeindeabteilung im Land Tirol. Jede Fraktion ist innerhalb dieser Frist berechtigt, einen Kandidaten vorzuschlagen. Findet sich keiner – wie zuletzt in Kössen –, wird der Bürgermeister vom Gemeinderat gewählt. Gewählt werden kann frühestens im April – in welcher Form auch immer.