Österreichs Wirtschaft 2 - Lebhafte internationale Konjunktur
Wien (APA) - Die internationale Konjunktur ist lebhaft und begünstigt den österreichischen Außenhandel. Von dessen rascher Expansion profiti...
Wien (APA) - Die internationale Konjunktur ist lebhaft und begünstigt den österreichischen Außenhandel. Von dessen rascher Expansion profitiert vor allem die heimische Sachgüterindustrie, der Produktion im zweiten Halbjahr nochmals gestiegen ist. Das Expansionstempo der Investitionen wird aber abnehmen, und der Privatkonsum wird der Konjunktur später im Aufschwung nur mehr geringen zusätzlichen Schwung geben.
Österreichs Exporte nehmen 2017 und 2018 kräftig zu, wovon vor allem die Sachgüterproduktion profitiert, so das Wifo. Für heuer ist mit einem Anstieg der realen Gesamtexporte von 5,5 Prozent gegenüber vorigem Jahr zu rechnen. 2018 und 2019 dürften die Ausfuhren nochmals um 5 bzw. 4,3 Prozent zulegen.
Begünstigt durch den lebhaften Außenhandel dürfte die Bruttowertschöpfung der Sachgütererzeugung heuer kräftig um 6,4 Prozent zunehmen und 2018 sogar um weitere 6,8 Prozent klettern, schätzt das Wifo. Erst ab dem zweiten Halbjahr 2018 werde sich diese Dynamik etwas abschwächen, 2919 sei dann mit 3,4 Prozent Anstieg der Bruttowertschöpfung zu rechnen. Zur erheblichen Ausweitung der Ausrüstungsinvestitionen 2017 und 2018 - um 8,5 sowie 5,0 Prozent - trägt die hohe Kapazitätsauslastung bei.
Die Konsumentenstimmung entwickelt sich wegen der kontinuierlichen Arbeitsmarkt-Verbesserung günstig, wodurch die privaten Konsumausgaben gestützt würden, so das Wifo. Allerdings bleibe die Einkommensentwicklung verhalten - unter anderem weil die Löhne aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit und auch der kräftigen Zunahme des Arbeitskräfteangebots sowie infolge der hohen Inflation „real nur verhalten steigen werden“, meint das Wirtschaftsforschungsinstitut.
Die Arbeitslosenquote nach nationaler Berechnung dürfte laut Wifo heuer von 9,1 auf 8,5 Prozent sinken und 2018/19 weiter auf 7,9 bzw. 7,7 Prozent zurückgehen. Dazu trage auch die Verlangsamung des Anstiegs der Zahl der Erwerbspersonen bei, sodass der Beschäftigungsaufbau wieder stärker auf die Arbeitslosenquote durchschlage als in den Vorjahren.
Der Beschäftigungsbonus dürfte trotz hoher Inanspruchnahme kaum zusätzliche Beschäftigung bringen, so das Wifo, da die Mitnahmeeffekte hoch seien. Die „Aktion 20.000“ habe heuer zunächst in den Modellregionen bis November nur 1.550 Langzeitbeschäftigungslose über 50 vermittelt und knapp 1.000 weitere Stellen dem S gemeldet. Der Zielwert von 20.00 scheine schwierig zu erreichen, für 2018 geht man in der Prognose nur von 5.000 bis 6.000 als Beschäftigungseffekt aus.
Das Institut für Höhere Studien (IHS) erklärt zu den Absichten der Politik, dass man prinzipiell eine Absenkung der - im internationalen Vergleich hohen - Abgabenbelastung begrüße. Dabei sei aber zu beachten, dass die weiterhin hohe Staatsverschuldung zurückgeführt werden sollte und mittelfristig die Kosten der Alterung der Bevölkerung die öffentlichen Budgets belasten würden.
Die Weltwirtschaft expandiert breitflächig in hohem Tempo, und der Welthandel hat sich deutlich belebt, konstatiert das IHS. Es sieht den Euroraum heuer um 2,3 Prozent wachsen, 2018 um 2,1 und 2019 um 1,9 Prozent. Für die EU-28 wird nur für heuer mit 2,4 Prozent ein etwas stärkeres Plus vorhergesagt, 2018/19 dasselbe wie im Euroraum.