Müde Haie mussten sich beugen: 2:3-Niederlage in Fehervar
Am Tag nach dem achtbaren 3:1-Erfolg bei Tabellenführer Vienna Capitals musste der HC Innsbruck dem Energieaufwand Tribut zollen. Bei der 2:3-Niederlage in Fehervar kamen die Tiroler kaum in die Gänge.
Innsbruck — Nahezu alles hätte vor dem Spiel des HC Innsbruck am Donnerstag bei Fehervar für die Tiroler und gegen die Ungarn gesprochen: Die Gastgeber warteten seit drei Runden auf einen Sieg, konnten heuer in bislang drei Spielen nie gegen die Haie gewinnen und erwiesen sich mit 65 Treffern als mit Abstand abschlussschwächstes Team der Erste Bank Eishockey Liga.
Doch Statistik spielt eben nicht Eishockey, und dass die Innsbrucker erst 25 Stunden vor dem Bully in Ungarn bei Tabellenführer Vienna Capitals gewonnen hatten (3:1), interessierte nach dem Spiel gegen den Tabellennachzügler auch keinen mehr. Schon nach zwei Minuten waren die Haie unter Zugzwang, bei einem Backhander von Fehervar-Akteur Luttinen war Rene Swette ohne Chance.
Dass Andrew Yogan unmittelbar nach Beginn des zweiten Drittels aus einem Shorthander (23.) den Ausgleich erzielte, war bis Minute 46 von Bedeutung. Dann brachte Manavian die Gastgeber neuerlich in Front (46.) und die Haie unter Druck. Dass derselbe nach einem Powerplay gar die 3:1-Führung erzielte (53.), war nicht unumstritten, erst das Videostudium sorgte im Schiedsrichtergespann für Gewissheit. Die Tiroler nahmen wenig später Torhüter Swette vom Eis und damit volles Risiko.
Dass sich das mit einem Anschlusstor durch Tyler Spurgeon (60./2:3) bezahlt machen sollte, hatte nur noch statistischen Charakter. Der Sensationserfolg in Wien war durch den unerwarteten Punkteverlust in Ungarn relativiert, der erhoffte Lauf und damit der Sturm auf die Play-off-Plätze vorerst gestoppt. Unzufrieden war HCI-Coach Rob Pallin nicht, vermutete er doch einen der Gründe für die Niederlage in der Anfahrt: „Wenn du acht Stunden im Bus sitzt und nach einem schweren Spiel um 1 Uhr am Morgen im Hotel ankommst, kostet dich das viel Kraft." Regenerationszeit, die seinen Haien fehlte.
Dass Gäste-Goalie MacMillan Carruth zudem einen außergewöhnlichen Tag erwischte, machte es für die Tiroler zusätzlich schwer. Pallins Bilanz: „Es war ein großer Sieg in Wien. Aber es ist auch hart, in Fehervar zu gewinnen." Man habe von der Reise in den Osten drei Punkte mitgenommen, was eine ordentliche Bilanz darstelle. Nun wartet Weihnachten — und unmittelbar danach das Heimspiel gegen Salzburg.
EBEL-Ergebnisse
Fehervar - HC Innsbruck 3:2 (1:0,0:1,2:1)
Medvescak Zagreb - Dornbirner EC 2:5 (0:1,1:2,1:2)