Puelacher: „Geben ihnen Fangnetz Europacup nicht mehr“
Nicht zuletzt acht Podestplätze in sechs Speedbewerben lassen ÖSV-Herren-Cheftrainer Andreas Puelacher im „Großen und Ganzen sehr zufrieden“ bilanzieren.
Von Max Ischia
Innsbruck –Es ist alles eine Frage der Perspektive. In den beiden vergangenen Wintern jedenfalls war die von Verletzungspech gebeutelte ÖSV-Speed-Gruppe vor Weihnachten nicht so recht in die Gänge gekommen – Ausnahmen wie im Vorjahr der Gröden-Triumph von Max Franz bestätigten höchstens die Regel.
Und weil ÖSV-Herren-Rennsportleiter Andreas Puelacher in den bisherigen sechs Speedbewerben auf stolze acht Podestplätze zurückblicken kann und bei den Technikern Marcel Hirscher in gewohnter Brillanz und Konstanz ablieferte, bilanziert der Tiroler im „Großen und Ganzen sehr zufrieden“.
Weil Weihnachten quasi vor der Tür steht, steht Puelacher nicht an, sich einen Abfahrtssieg zu wünschen. „Wir sind nahe dran“, sagt er, „vor allem unsere vier Top-Athleten Hannes Reichelt, Matthias Mayer, Max Franz und Vincent Kriechmayr.“ Und der Oberländer orakelt weiter: „Ich bin überzeugt, dass wir schon in den nächsten Abfahrten, die uns von ihren Charakteristiken besser liegen, zuschlagen werden.“
Die von Hoffnung und Überzeugung getragene Stimmfarbe kippt ins Nachdenkliche: „Von der zweiten Garde kommt noch zu wenig. Erst recht für den Aufwand, den wir betreiben.“ Puelacher spricht über Otmar Striedinger, Johannes Kröll, Patrick Schwaiger oder Christian Walder. „Wenn ich mir die jungen Deutschen ansehe: Die sind ein Stück weiter.“
Wer in den vergangenen Jahren im Weltcup nicht entsprach, konnte im Europacup sein Glück versuchen. Diesen Winter ist dies anders. „Wir setzten diese Leute sehr offensiv ein“, versichert Puelacher und klärt auf: „Sie müssen im Weltcup stechen. Sie sind in der Bringschuld. Bleiben die Ergebnisse aus, sind sie irgendwann weg. Wir geben ihnen das Fangnetz Europacup nicht mehr.“ Zumindest nicht im Abfahrtsbereich, wo die Kluft zwischen Europacup und Weltcup eklatant sei. Als Positivbeispiel erwähnt der Cheftrainer den Pillerseetaler Niklas Köck, der in der Vorwoche als Super-G-Elfter in Gröden überzeugte: „Der Niklas hat seine Chance genützt. Das erwarte ich mir auch von den anderen.“
Auch in den technischen Disziplinen kann sich die Bilanz sehen lassen: vier Podestplätze in fünf Bewerben. Freilich alle von einem gewissen Marcel Hirscher eingefahren. Puelacher: „Man muss auch die vierten Plätze von Matt und Feller sehen.“