Durch Impfen vermeidbare Krankheiten laut Ärzten in Tirol im Anstieg
Innsbruck (APA) - Die Fälle von Masern, Röteln, Keuchhusten und Hirnhautentzündung bei Kindern haben sich in den letzten Jahren in Tirol geh...
Innsbruck (APA) - Die Fälle von Masern, Röteln, Keuchhusten und Hirnhautentzündung bei Kindern haben sich in den letzten Jahren in Tirol gehäuft. All diese Erkrankungen, so waren sich die Experten der Medizinischen Universität Innsbruck, der tirol kliniken und der Landessanitätsdirektion bei einem Pressegespräch am Donnerstag in Innsbruck einig, hätten durch Impfungen vermieden werden können.
Einen besonders drastischen Fall skizzierte der geschäftsführende Oberarzt der Innsbrucker Kinderklinik, Jürgen Brunner: „Vor kurzem bekamen wir einen kleinen Buben mit Verdacht auf Meningitis, der neurologisch auffällig war“. Der Verdacht auf Gehirnhautentzündung habe sich bestätigt, die Eltern hätten sich im Vorfeld außerdem ganz bewusst gegen eine Impfung entschieden. Einen Anstieg der Anzahl der absoluten Impfgegner wollte Brunner aber nicht sehen. „Etwa fünf bis zehn Prozent der Österreicher lassen ihre Kinder nicht oder nur teilimpfen“, meinte er. Nur ein geringer Anteil davon sei aber den „militanten Impfgegnern“ zuzurechnen.
„Im Jahr 2017 gab es 155 Meldungen von Keuchhusten, davon waren fünf Säuglinge“, nannte Anita Luckner-Hornischer von der Landessanitätsdirektion des Amts der Tiroler Landesregierung Zahlen einer weiteren Erkrankung. „Die Leute sind generell zu wenig geimpft“, ergänzte Peter Kreidl von der Sektion für Hygiene, Medizinische Mikrobiologie und Public Health der Medizinischen Universität Innsbruck zum Thema Keuchhusten und sprach gleichzeitig davon, dass ebendieser in Europa gerade stark zunehme.
Explizit gegen eine Impfpflicht sprachen sich in diesem Zusammenhang sowohl Brunner als auch Kreidl aus. „Wir sind mündige Bürger, aber es braucht Aufklärung“, sagte dazu etwa Kreidl. „Eltern sind zum Teil auch schlicht überfordert“, meinte hingegen Brunner. Man müsse auf die Eltern zugehen und Ängste mittels Informationen ausräumen. „Eltern glauben dem Kinderarzt nach wie vor am meisten“, war sich Kreidl in diesem Zusammenhang sicher.