NGO: Hunderte Gefangene in irakischer Kurdenregion „verschwunden“

Bagdad (APA/AFP) - Hunderte Gefangene sind laut Human Rights Watch (HRW) in der irakischen Kurdenregion nach ihrer Festnahme durch die Siche...

Bagdad (APA/AFP) - Hunderte Gefangene sind laut Human Rights Watch (HRW) in der irakischen Kurdenregion nach ihrer Festnahme durch die Sicherheitskräfte „verschwunden“. Es werde befürchtet, dass die kurdische Regionalregierung mehr als 350 Gefangene in der Stadt Kirkuk habe „verschwinden lassen“, erklärte die Menschenrechtsorganisation am Donnerstag.

Die geheime Inhaftierung der Verdächtigen lasse um ihre Sicherheit fürchten. Bei den meisten handle es sich um sunnitische Araber, die von den kurdischen Asajisch-Kräften unter dem Verdacht festgenommen wurden, zur Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) zu gehören, erklärte HRW. Die sunnitische Extremistengruppe hatte Kirkuk 2014 vorübergehend erobert, bevor die Kurden die Stadt unter ihre Kontrolle brachten. Im Oktober fiel Kirkuk dann zurück an die irakische Zentralregierung.

Laut HRW wurden die Fälle der Verschwundenen bekannt, nachdem die kurdischen Sicherheitskräfte die Stadt geräumt hatten. Örtliche Beamte hätten HRW gesagt, dass die Gefangenen nicht länger in den offiziellen oder inoffiziellen Haftanstalten in und um Kirkuk seien, erklärte die Gruppe. Dutzende arabische Familien haben sich bei den Behörden beschwert, die deshalb im November eine Untersuchung einleiteten.

Die kurdischen Peshmerga spielten im Sommer 2014 eine wichtige Rolle, um den Vorstoß der Jihadisten zu stoppen und sie nach und nach zurückzudrängen. Dabei brachten die Kurden aber auch große Gebiete unter ihre Kontrolle, die mehrheitlich von Arabern bewohnt sind, darunter die ölreiche Provinz Kirkuk. Nach dem umstrittenen Unabhängigkeitsreferendum der Kurden im September fielen diese Gebiete an Bagdad zurück.

~ WEB http://www.hrw.org/ ~ APA387 2017-12-21/14:03