Koalition: ÖGB-Jugend kritisiert Pläne zu Aus für Jugendvertrauensrat

Wien (APA) - Die Gewerkschaftsjugend hat am Donnerstag Kritik an den Plänen der Regierung geübt, den Jugendvertrauensrat abzuschaffen. „Währ...

Wien (APA) - Die Gewerkschaftsjugend hat am Donnerstag Kritik an den Plänen der Regierung geübt, den Jugendvertrauensrat abzuschaffen. „Während die Koalitionsparteien öffentlich die direkte Demokratie beschwören, planen sie hinterrücks einen Anschlag auf die demokratischen Rechte der Lehrlinge und der jungen ArbeitnehmerInnen“, sagte Sascha Ernszt, Vorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ).

Im Regierungsprogramm heißt es dazu, dass das aktive Wahlalter bei Betriebsratswahlen von 18 auf 16 gesenkt wird, womit der Jugendvertrauensrat ersetzt wird. Ernszt sieht den Plan der Senkung des aktiven Wahlalters „prinzipiell positiv“. „Trotzdem brauchen die Jugendlichen weiterhin ihre eigene gewählte Vertretung. Der Jugendvertrauensrat muss bleiben, denn nur er vertritt ausschließlich die Interessen der jungen ArbeitnehmerInnen“, so der ÖGJ-Vorsitzende.

Das Konzept, dass Jugendliche ihre Altersgruppe selbst vertreten, habe sich „voll bewährt“. Wesentlich sei, dass der Jugendvertrauensrat von allen Lehrlingen gewählt werden kann, auch von den Unter-16-Jährigen. „Ein Betriebsratswahlrecht erst ab 16 Jahren würde Lehrlinge unter 16 keinerlei Möglichkeit für Mitbestimmung geben, und das, obwohl sie einen großen Teil ihrer Zeit am Arbeitsplatz verbringen“, so die Kritik des ÖGJ-Chefs. Damit würde etwa ein Drittel aller Lehrlinge jegliches Wahlrecht im Betrieb verlieren. Darüber hinaus würden Betriebsratswahlen nur alle fünf Jahre stattfinden, Jugendvertrauensratswahlen hingegen alle zwei Jahre. Bei einer Lehrzeit von drei oder vier Jahren würde das bedeuten, dass viele Jugendliche während ihrer gesamten Lehrzeit kein einziges Mal wählen dürfen.

Die Kritik untermauerte die GPA-djp Jugend am Donnerstagvormittag mit einer Aktion vor dem Parlamentsgebäude in Wien; dieser soll eine „Vielzahl von Aktivitäten“ folgen. Man lasse sich „nicht mundtot machen“ und werde „Tausende betroffene Lehrlinge in den kommenden Monaten über die Pläne der Regierung informieren“, sagte GPA-djp Jugend-Bundesvorsitzende Susanne Hofer. Sie fürchtet einen „Einschnitt in die Mitbestimmungsrechte junger Menschen im Betrieb“.

~ WEB http://www.oevp.at

http://www.fpoe.at

http://www.oegb.at ~ APA400 2017-12-21/14:12