Katalonien-Wahl - Rege Beteiligung bei Schicksalswahl
Barcelona (APA) - Bei den historischen Regionalwahlen on Katalonien haben sich am Donnerstag bereits am Vormittag lange Schlangen bei den Wa...
Barcelona (APA) - Bei den historischen Regionalwahlen on Katalonien haben sich am Donnerstag bereits am Vormittag lange Schlangen bei den Wahllokalen gebildet. Bei strahlendem Sonnenschein strömten die Menschen in Barcelona und anderen Städten an die Urnen, um zu entscheiden, ob künftig die Separatisten oder die Unionisten das Sagen in der nordostspanischen Region haben werden.
Nach offiziellen Angaben betrug die Wahlbeteiligung bis 13.00 Uhr 34,69 Prozent - etwas weniger als bei den Regionalwahlen 2015. Damals hatte die Beteiligung um diese Zeit 35,10 Prozent betragen. Die Wahlbehörden führen dies allerdings auf die Tatsache zurück, dass damals der Urnengang an einem Sonntag stattfand, und nicht wie jetzt an einem Arbeitstag.
Wer am Donnerstag arbeiten muss, bekommt drei Stunden frei, um seine Stimme abgeben zu können. Auf jeden Fall wird bis zur Schließung der Wahllokale mit einer Rekordbeteiligung von weit über 80 Prozent gerechnet. Alle Kandidaten haben die Wähler eindringlich zur Stimmabgabe aufgerufen, gehe es doch um das Schicksal der Kataloniens.
Kataloniens Bürgermeisterin Ada Colau war unter den ersten, die ihre Stimme abgaben. Geduldig wartete sie in der Menschenschlange im Wahllokal. Auch sie rief zur massiven Wahlbeteiligung auf. Medienvertretern gegenüber erklärte sie, wie auch immer das Ergebnis des Urnengangs sei, sollten die politischen Kräfte dieses in konstruktiver und positiver Form interpretieren. „Wir brauchen ein geeinteres und stärkeres Katalonien, das nicht zweigeteilt ist“, betonte die Kandidatin der Partei CEC, die für einen Dialog über eine Verfassungsreform mit Madrid eintritt.
Auch die Spitzenkandidaten der Unabhängigkeitsgegner von der aussichtsreichen Bürgerpartei Ciutadans (Ciudadanos), Ines Arrimadas, gab ihre Stimme ab. Sollte ihre Partei, die sich ein knappes Rennen mit der separatistischen Republikanischen Linken (ERC) liefert, die Wahlen gewinnen, müsste sie sich Koalitionspartner suchen. Dafür kämen etwa die Sozialisten (PSC) infrage.
Die Partei von Colau lehnt jedoch ein Zusammengehen mit den Ciutadans ab, weil ihnen ihre Politik zu wirtschaftsfreundlich erscheint. Sie streben eine Linksallianz mit Parteien an, die für und gegen die Unabhängigkeit sind.
Der Kandidat Carles Mundo von der ERC erschien mit einem gelben Band am Revers im Wahllokal, um daran zu erinnern, dass der Spitzenkandidat seiner Partei, Oriol Junqueras, in einem Gefängnis bei Madrid sitzt. Dieser werde auch im Gefängnis seine Aktivitäten fortsetzen, erklärte Mundo. Er hoffe auf einen großen Sieg der ERC.
Für den nach Brüssel geflüchteten abgesetzten katalanischen Ex-Regionalpräsidenten Carles Puigdemont, den Spitzenkandidaten des separatistischen Bündnisses Junts per Catalunya, gab eine 18-Jährige namens Laura Sancho die Stimme ab.