Die gute Geschichte: Zwischen zwei Welten

Alles begann mit einem Vortrag eines Paters im Stubaital, der von seiner Arbeit im Kongo berichtete. Hanni Denifl war fasziniert und sie ent...

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Veronika Gleirscher freut sich auf den Besuch ihrer Schwester.
© Caritas/Suitner

Alles begann mit einem Vortrag eines Paters im Stubaital, der von seiner Arbeit im Kongo berichtete. Hanni Denifl war fasziniert und sie entschloss sich, für zehn Monate nach Afrika zu gehen, um dort Ordensschwestern unter die Arme zu greifen. Zurück in der Heimat arbeitete sie zuerst als Altenpflegerin, beschloss dann aber, in den Don Bosco Orden einzutreten. Daheim erzählte sie davon erst nichts: „Als meine Mutter erfahren hat, dass Hanni in einen Orden eintreten wollte, war sie anfangs, milde ausgedrückt, nicht begeistert. Ich dachte mir hingegen, dass diese Entscheidung für sie richtig ist", erinnert sich die Schwester von Hanni, Veronika Gleirscher. Anfangs war Hanni in der Kinderbetreuung in Österreich tätig — dann zog es sie in die Mission nach Westafrika, wo Hanni nun seit über zehn Jahren Menschen in Not hilft. Die Ordensschwestern in Benin betreuen Jugendliche in Gefängnissen. Die Lage in den afrikanischen Haftanstalten ist prekär und die Zellen so knapp bemessen, dass manche Insassen sogar sitzend schlafen müssen.

Die Schwestern betreiben Heime und Schulen, da besonders Kinderarbeit und Kinderhandel große Probleme darstellen und Kinder teilweise sogar von den Eltern verkauft werden. Unterstützung für ihre Tätigkeit bekommt Johanna von ihrer Schwester Veronika aus dem Stubaital. Die in den Lehrgängen hergestellten Seifen, Knüpftaschen, Nähstücke und andere Produkte werden nach Tirol geschickt und von Veronika auf Weihnachtsbasaren mit anderen Warenspenden wie Marmelade, gebastelten Engeln oder gestrickten Socken verkauft, und der Erlös für die Arbeit wird vor Ort verwendet. Teilweise werden auch Waren aus Tirol für Benin gesammelt und verschickt. Ein ganzer Container mit Hilfsgütern wurde schon vom Stubai nach Afrika verschickt. „Es ist mein Beitrag, den ich für die Menschen vor Ort leisten kann", so Veronika Gleirscher. Einmal hat Veronika ihre Schwester in Benin besucht: „Ich bin mir vorgekommen, wie in einer anderen Welt und habe mich erst daran gewöhnen müssen." Vor allem die Bewachung der Schulen und Heime sei für sie fremd gewesen. Im Frühjahr stattet Hanni dann wieder einen Gegenbesuch ab. Alle drei Jahre kommt sie auf Urlaub zurück in die Heimat. Regelmäßigen Kontakt gibt es sonst nur über Skype und WhatsApp. „Meine Schwester fühlt sich bei uns sehr wohl, freut sich dann aber auch immer, wenn sie zurück in ihre ?neue' Heimat nach Afrika kommt. Besonders unserer Mutter fällt der Abschied nach dem Urlaub sehr schwer, da drei Jahre wieder eine lange Zeit sind und man nie wissen kann, ob es ein Wiedersehen gibt." Selbst könne sich Veronika nicht vorstellen, als Schwester in Afrika stationiert zu sein, aber: „Ich leiste meinen Beitrag von da aus." (TT)

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