Deutschland

Schröder rät SPD: Kein Theater, sondern schnell Große Koalition

Altkanzler Gerhard Schröder.
© APA/dpa/Julian Stratenschulte

Ex-Kanzler Gerhard Schröder ist der Meinung, dass kein Weg an einer Großen Koalition vorbei führt. „Kommt in die Plötte – und zwar möglichst schnell“, so Schröder.

Berlin – Deutschlands Ex-Kanzler Gerhard Schröder (SPD) drängt seine Partei, möglichst schnell in eine weitere Große Koalition einzusteigen. Im Interview der Deutschen Welle und des MDR sagte Schröder auf die Frage, was er seiner Partei empfehle: „Natürlich kein Theater, sondern eine Große Koalition, was sonst?“

Deutschland habe zum ersten Mal ein Sechs-Parteien-Parlament. Zwei Parteien davon, die Linke und die AfD, seien nicht koalitionsfähig. Darum sei die Regierungsbildung schwieriger. „Und ich sage deswegen auch ganz offen zu meiner Partei: Da geht kein Weg dran vorbei. Ihr müsst diese Verantwortung wahrnehmen. Ihr müsst die Mitglieder überzeugen, dass das notwendig ist.“

„Das braucht Europa“

Deutschland brauche möglichst schnell eine Regierung. „Das braucht Europa.“ Es sei daher nur vernünftig, eine rasche Regierungsbildung zu machen. „Und nach Lage der Dinge geht das nur in der Großen Koalition. Und dann sollte man es auch tun“, mahnte er. „Niemand hat etwas von Neuwahlen. Und niemand hat etwas von Spielereien, von sogenannter KoKo oder wie immer das genannt wird, das führt doch zu nichts.“ Schröder appellierte an die Beteiligten: „Kommt in die Pötte – und zwar möglichst schnell.“

Die SPD will ab Anfang Jänner mit der Union über eine mögliche Regierungsbildung sprechen und hält sich dabei drei Varianten offen: eine Fortsetzung der Großen Koalition, eine Teilkoalition mit Zusammenarbeit bei einigen Kernpunkten („Kooperationskoalition“, kurz „KoKo“) sowie die Tolerierung einer CDU/CSU-Minderheitsregierung. Unter den Genossen gibt es einigen Widerstand gegen eine Neuauflage von Schwarz-Rot.

Schröder hatte nach der deutschen Bundestagswahl mit öffentlichen Ratschlägen an seine Partei den Unmut einiger Genossen auf sich gezogen. (APA/dpa)