Neue Thöni-Halle in Telfs nahm die nächste Hürde
Der Gemeinderat beschloss den Bebauungsplan für die neue Fertigungshalle. Der Verkehrslärm wird laut Gutachten nur minimal zunehmen.
Von Michael Domanig
Telfs –Mit großer Mehrheit hat der Telfer Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung den Bebauungsplan für die Erweiterung des Thöni-Werks im Obermarkt beschlossen. Wie mehrfach berichtet, plant die Firma Thöni im Osten des Areals eine neue Produktionshalle, die laut Firmenangaben für bis zu 150 neue Arbeitsplätze sorgen soll.
Für BM Christian Härting (Wir für Telfs) liegen nun Pläne für eine Bebauung vor, die sich „durchaus rechtfertigen“ lasse. Er verwies auf diverse Änderungen, die Thöni in Abstimmung mit der Gemeinde gegenüber der Erstplanung vorgenommen habe: So soll nun statt einer durchgehenden Hallenwand in Richtung Olympstraße – wo ein Wohngebiet angrenzt – eine „zahnartig gezackte“ Konstruktion zur Ausführung kommen, um so die Reflexion des Verkehrslärms zu minimieren. Teile der Fassade werden zusätzlich mit lärmabsorbierendem Material ausgestaltet.
Um zu prüfen, wie sich die Verkehrslärmbelastung für die Anrainer durch den Zubau tatsächlich ändert, ließ die Marktgemeinde eine „Differenzlärmkarte“ erstellen: Demnach liegt die Zunahme bei den benachbarten Gebäuden zwischen ein und zwei Dezibel. Eine weitere Studie habe gezeigt, dass es durch die neue Halle zu keinem zusätzlichen Schattenwurf auf die Wohnhäuser im Osten und Norden komme, betonte Härting. Per privatrechtlicher Vereinbarung habe sich die Firma überdies dazu verpflichtet, nord- und ostseitig einen Grüngürtel anzulegen.
Auch die Dimensionen der Halle hätten sich gegenüber den Rohplänen noch etwas reduziert, berichtete Härting: Die Halle wird nun ca. 220 Meter lang und 38 Meter breit, die durchschnittliche Höhe liegt bei zwölf, die Maximalhöhe bei 18 Metern.
Durch die Erweiterung werde sich die Zahl der täglichen Lkw-Fahrten von 30 auf ca. 50 erhöhen, führte Härting aus, diese würden allerdings intern bzw. südseitig abgewickelt und daher nur den Kreisverkehr im Obermarkt belasten, nicht aber die Olympstraße selbst.
Die Grünen erneuerten ihre Bedenken: Es sei „ein falscher Fingerzeig, in der Nähe eines Wohngebiets eine Industriehalle dieser Größe mit allen sich daraus ergebenden Konflikten und Belastungen zu ermöglichen“, warnte Ersatz-GR Gert Windisch. „In ganz Europa gibt es derzeit die Intention, große Gewerbegebiete aus den Ortszentren hinauszubringen.“ Windisch schlug daher vor, Alternativen zum Standort zu prüfen.
Das Gewerbegebiet – vor der Firma Thöni hatte hier die Textilfabrik Schindler ihren Standort – sei „historisch gewachsen“, das Wohngebiet habe sich an das Gewerbegebiet angenähert und nicht umgekehrt, entgegnete Härting. „Außerdem: Wo sollte sich der Betrieb ansiedeln? Die einzige Alternative wäre die Telfer Allee.“ Ähnlich GR Herbert Klieber (Bürgerliste): „Wer sich im nahen Wohngebiet angesiedelt hat, wusste, dass hier alles zur ehemaligen Schindler-Fabrik gehört.“
GR Norbert Tanzer (PZT/SPÖ) kritisierte, dass die Hallenpläne „überraschend und schnell“ gekommen und die Widmung „überstützt“ erfolgt sei. Härting sieht das anders: „Dass ein Industrieller freie Flächen irgendwann für eine Erweiterung nützen wird, war zu erwarten.“ Er erinnerte daran, dass man lediglich 20 Prozent der Gesamtfläche neu gewidmet habe: „Auf dem größten Teil des Areals hätte Thöni jederzeit eine Halle errichten können.“
Für Anrainer bedeute ein so großes Projekt natürlich eine Veränderung, bilanzierte Härting, aber die Firma Thöni habe in Sachen Lärmschutz Gesprächsbereitschaft bewiesen und „nimmt dafür auch Mehrkosten in Kauf“.
Am Ende stimmten 18 Mandatare für den Bebauungsplan, die Grünen votierten dagegen, GR Tanzer enthielt sich der Stimme.