US-Verteidigungsminister Mattis besuchte Marinestützpunkt Guantanamo

Guantanamo (APA/dpa) - Als erster US-Verteidigungsminister seit 2002 hat Pentagon-Chef James Mattis am Donnerstag überraschend den US-Marine...

Guantanamo (APA/dpa) - Als erster US-Verteidigungsminister seit 2002 hat Pentagon-Chef James Mattis am Donnerstag überraschend den US-Marinestützpunkt Guantanamo Bay auf Kuba besucht. Mattis wolle sich bei den dort stationierten Soldaten für ihren Dienst bedanken, erklärte Pentagon-Sprecher Robert Manning. Das Gefangenenlager wollte der Verteidigungsminister Berichten zufolge nicht besuchen.

Das Lager, das nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 errichtet worden war, hatte Guantanamo weltweit eine unrühmliche Bekanntheit verschafft. Der Marinestützpunkt ist noch deutlich größer. Er existiert seit 1903.

Die Regierung von Präsident Donald Trump hat ihre Pläne für das Gefangenenlager bisher noch nicht näher umrissen. Trumps Vorgänger Barack Obama wollte es schließen, scheiterte dabei aber. Der Republikaner will dagegen an dem Gefängnis festhalten und auch keine Insassen mehr entlassen.

Derzeit werden dort noch 41 Männer festgehalten. Zehn von ihnen wurden vor Militärtribunalen angeklagt. Drei Insassen wurden verurteilt. Sieben weitere müssen sich wegen Kriegsverbrechen verantworten. Unter ihnen ist auch Khalid Sheikh Mohammed, der mutmaßliche Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September 2001. Die Verfahren stocken aber seit Jahren.

26 Insassen wurden nie angeklagt. Die US-Regierung will sie aber nicht gehen lassen, weil sie die Männer für zu gefährlich hält. Die Beweise reichen aber nicht aus für eine Anklage, oder wurden durch Folter erlangt. Fünf weitere Häftlinge waren unter der Vorgängerregierung zur Entlassung freigegeben worden. Dies wurde jedoch nicht mehr umgesetzt.