APA-Jahresrückblick 2017 - Wirtschaft 12 (Nachtrag Nov./Dezember)
Wien (APA) - Wirtschaft/Nachtrag November...
Wien (APA) - Wirtschaft/Nachtrag November
27. Der insolvente Drogeriegründer Anton Schlecker wird in Stuttgart zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt, seine beiden Kinder Lars und Meike sollen jeweils mehr als zweieinhalb Jahre in Haft. Die Vorwürfe lauten auf schweren Bankrott, trotz drohender Insolvenz sollen die Kinder Millionen erhalten haben. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
30. Der österreichische Getränkehersteller Red Bull blitzt vor dem EU-Gericht erster Instanz ab, die Farbkombination aus Blau und Silber wird nicht als Unionsmarke für Energy Drinks geschützt.
Wirtschaft/Dezember
4. Der portugiesische Finanzminister Mario Centeno wird zum neuen Eurogruppen-Chef gewählt. Der Sozialdemokrat kann sich gegen drei weitere Bewerber durchsetzen und tritt ab 14. Jänner 2018 die Nachfolge von Jeroen Dijsselbloem an der Spitze der Währungsunion an. Die Europäische Volkspartei hatte keinen eigenen Kandidaten für den Chef der Euro-Gruppe nominiert, damit war Österreichs Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) schon zuvor aus dem Rennen.
5. Die EU-Finanzminister beschließen eine schwarze Liste mit 17 Steueroasen außerhalb der Europäischen Union. Außerdem kommen 47 weitere Drittstaaten und Gebiete auf eine „graue Liste“. Konkrete Sanktionen gegen die Länder auf der schwarzen Liste gibt es zunächst nicht, man spricht von „defensiven Maßnahmen“.
11. Der Oberste Gerichtshof (OGH) klärt die umstrittene Zuständigkeitsfrage im bevorstehenden Grasser-Prozess. Richterin Marion Hohenecker bleibt nach zahlreichen Befangenheitsanträgen, die die Verteidigung eingebracht hat, zuständig. Damit kann der größte Korruptionsprozess der Zweiten Republik rund um die Buwog-Privatisierung und den Linzer Terminal Tower wie geplant am nächsten Tag starten. Zum Auftakt holen die Verteidiger zu Rundumschlägen aus. Am Freitag (15.12.) kommt es dann zum Knalleffekt: Lobbyist Peter Hochegger will laut seinem Anwalt auspacken und ein Teilgeständnis ablegen. Er belastet die Mitangeklagten, Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ/ÖVP), den ehemaligen FPÖ-Spitzenpolitiker Walter Meischberger und den Immobilienmakler Ernst Karl Plech, schwer. Hochegger habe gewusst, dass von der Buwog-Provision 2,4 Mio. Euro an Grasser, 2,4 Mio. Euro an Plech und 2,4 Mio. Euro an Meischberger weiter überwiesen wurden.
13. Niki, die österreichische Tochter der insolventen Air Berlin, schlittert in die Pleite: Die deutsche AUA-Mutter Lufthansa zieht ihr Angebot für die heimische Airline zurück, Schuld sollen die strengen Fusionsauflagen der EU-Wettbewerbsbehörde sein. Damit tritt das Worst-Case-Szenario ein. Der Geldhahn wird zugedreht und Niki muss Insolvenz anmelden. Der Flugbetrieb wird eingestellt, 1.000 Jobs wackeln. Der Masseverwalter ist auf der Suche nach neuen Investoren, Interesse signalisieren unter anderem der Ferienflieger Condor sowie der Gründer der Airline, Ex-Rennfahrer Niki Lauda.
13. Die US-Notenbank Federal Reserve erhöht ihren Leitzins erneut um 0,25 Punkte auf einen Zielkorridor von 1,25 bis 1,50 Prozent. Im Gegensatz dazu belässt die Europäische Zentralbank (EZB) am nächsten Tag den Leitzins im Euroraum auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent.
15. Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) erhöht ihre Wachstumsprognose für 2017 auf real 3,1 Prozent. 2018 soll die Wirtschaft um 2,8 Prozent zulegen.
18. Der deutsche Wohnbaukonzern Vonovia gibt bekannt, dass er nach der conwert auch die Buwog übernehmen will. Die Aktionäre sollen 29,05 Euro je Aktie erhalten, zuletzt notierten die Papiere bei 24,61 Euro. Buwog-CEO Daniel Riedl und Kleinaktionärsvertreter Wilhelm Rasinger raten zur Annahme des Offerts.
18. Die Kryptowährung Bitcoin erreicht mit 20.000 Dollar kurzzeitig ein Jahreshoch. Zu Jahresbeginn stand der Wert noch bei 1.000 Dollar. Danach sackt der Kurs innerhalb weniger Tage um ein Fünftel ab. Viele Notenbanken und Experten warnen vor einer Spekulationsblase.
21. Die EU-Wettbewerbshüter haben die Übernahme der Air-Berlin-Tochter LG Walter (LGW) durch die AUA-Muttergesellschaft Lufthansa unter Auflagen erlaubt. Den Angaben der EU-Kommission zufolge verzichtete Lufthansa nun auf einen Teil der in der Übernahme vorgesehenen Start- und Landerechte. Insbesondere am Flughafen Düsseldorf wird sich der Bestand an Zeitnischen der Lufthansa um lediglich ein Prozent erhöhen - die Hälfte aller Zeitnischen wird künftig von Konkurrenten der Lufthansa gehalten.