Wissenschaftsjahr 2018: Blick zurück und zu fremden Welten 1

Wien (APA) - Die Geschichte prägt das Wissenschaftsjahr 2018 hierzulande, etwa das Jubiläum „100 Jahre Republik Österreich“ und andere runde...

Wien (APA) - Die Geschichte prägt das Wissenschaftsjahr 2018 hierzulande, etwa das Jubiläum „100 Jahre Republik Österreich“ und andere runde Jahrestage. Der Blick der Forschung ist im neuen Jahr aber nicht nur zurück gerichtet, sondern auch zu fremden Welten: Etliche Raumsonden starten mit österreichischer Beteiligung, etwa zu Mars und Merkur. Und vielleicht fliegen erstmals Weltraumtouristen rund um den Mond.

Die Einer-Stelle von 2018 gibt Gelegenheit für mannigfaltige runde bis halbrunde Jahrestage: Die Republik Österreich feiert ihr 100-jähriges Bestehen. Gleichzeitig gedenkt man kommendes Jahr des „Anschlusses“ Österreichs an Nazi-Deutschland 1938, erinnert sich an die Revolution in Österreich 1848, an den Beginn (1618) und das Ende des Dreißigjährigen Krieges (1648) sowie an die politischen Aufbrüche von 1968.

Vor allem den Folgen des Endes des Ersten Weltkrieges und der anschließenden Republiksgründung widmen sich zahlreiche Buch-Neuerscheinungen, Ausstellungen, Forschungsprojekte oder wissenschaftliche Symposien. Ihren Geburtstag feiert die Republik mit einem Festakt in der Staatsoper am 12. November 2018 und eröffnet quasi als Geburtstagsgeschenk im November das „Haus der Geschichte Österreich“ in Wien. Einen Überblick über die zahlreichen Aktivitäten des Jubiläums- und Gedenkjahres bietet die Website www.oesterreich100.at.

Auch abseits der großen Geschichts-Jubiläen gibt es jede Menge Jahrestage. So feiert die Forschungsförderung kommendes Jahr ihren 50. Geburtstag: 1968 begannen der Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) und der Forschungsförderungsfonds der gewerblichen Wirtschaft (FFF) ihre Tätigkeit. Während der FFF in der Forschungsförderungsgesellschaft FFG aufgegangen ist, gibt es den FWF noch in seiner ursprünglichen Form. Und der lädt zu seinem „Geburtstag“ und anlässlich der EU-Ratspräsidentschaft Österreichs zu einer Leistungsschau der Grundlagenforschung vom 8. bis 12. September auf dem Maria-Theresien-Platz in Wien.

Im Frühjahr vor 100 Jahren trat die erste Welle einer Influenza-Pandemie auf, die unter dem Namen „Spanische Grippe“ in die Geschichte einging und mindestens 25 Millionen Todesopfer forderte.

Der Mathematiker Josef Lense und der Physiker Hans Thirring sagten 1918 einen Effekt vorher, wonach rotierende Massen die Raumzeit verdrehen. Der nach den beiden Österreichern benannte Lense-Thirring-Effekt, der sich aus der Allgemeinen Relativitätstheorie ergibt, gilt mittlerweile als experimentell nachgewiesen.

Vor 400 Jahren, am 15. Mai 1618, formulierte Johannes Kepler (1571-1630) sein drittes Planetengesetz, in dem er das Verhältnis zwischen den Umlaufzeiten der Planeten und deren mittleren Abständen von der Sonne beschreibt.

Vor 500 Jahren (1492-1525/26) verwendete der an der Uni Wien lehrende Mathematiker Henricus Grammateus in seinem „New kunstlich Buech“ (1518) erstmals durchgängig die Symbole „plus“ und „minus“ für Addition und Subtraktion.

Die Österreichische Nationalbibliothek begeht im neuen Jahr ihr 650-jähriges Bestehen mit einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm. Den Auftakt macht gleich am 26. Jänner die Eröffnung der Jubiläumsausstellung „Schatzkammer des Wissens“.

Weiters jährt sich 2018 der 50. Todestag der Physikerin Lise Meitner (27.10.), der 150. Geburtstag des Entdeckers der Blutgruppen Karl Landsteiner (14.6.) und der 200. Geburtstag des Hygiene-Pioniers Ignaz Semmelweis (1.7.).