Bezirk Kufstein

Wenn Kinder fragen, ob hier das Christkind wohnt

Nicht nur am Haus selber, sondern auch in der Garage und im Garten der Familie Heger gibt es allerhand zu entdecken.
© Michael Mader

Stefan Heger aus Langkampfen verwandelt sein Haus und seinen Garten jedes Jahr mit 90.000 LEDs in eine Weihnachtslandschaft.

Von Michael Mader

Langkampfen –An den Wochenenden im Dezember pilgern täglich bis zu 150 Menschen zum Haus von Brigitta und Stefan Heger in den Langkampfner Ortsteil Niederbreitenbach. Ihr Haus ist weitum bekannt und sorgt sowohl bei Kleinen als auch bei Großen für ungläubiges Staunen. Selbst die Langkampfner kommen immer wieder, um zu sehen, was es Neues gibt. Heuer sorgen insgesamt 90.000 LEDs für ein weihnachtliches Erlebnis.

Angefangen hat alles mit einer an und für sich normalen Außendekoration für das Haus und drei beleuchteten Figuren. „Aber mir ist vorgekommen, dass es alle immer schöner hatten als wir“, erinnert sich Stefan Heger an das Jahr 2008. Von da an wurde jedes Jahr kräftig aufgerüstet. Anfangs noch in Zusammenarbeit mit einem Elektriker, mittlerweile macht Heger alles selbst, nur die Gestelle für die großen „Tafeln“ werden von einem Schlosser nach seinen Angaben gefertigt. Doch alleine wäre die Arbeit gar nicht bewältigbar. Hegers Freund Otto hilft schon von Anfang an, hinzugekommen sind auch noch sein Freund Michael und sein Sohn Thomas. Für die Dekoration im Haus ist Hegers Frau Brigitta zuständig.

© Michael Mader

Neun Zeitschaltuhren, 36 Verteilerdosen, 220 Meter Kabel halten das Werk am Laufen. „Es gibt kein Licht, keine Figur ohne LED“, erzählt Heger. So verbrauchen die Lichtspiele nur etwa drei Kilowatt in der Stunde. Beleuchtet werden Haus und Garten täglich von 17 bis 22 Uhr. Das sind ein paar Antworten auf die vielen Fragen der Besucher, die auch schon mal einen Verkehrsstau verursachen, wenn zwischen 30 und 50 Autos bei den Hegers „vorbeifahren“. Gerne mischen sich die beiden dann unter die Schaulustigen und hören, was die so zu sagen haben. Böse Bemerkungen gebe es nicht. „Die, denen es nicht gefällt, was wir machen, kommen ja auch nicht vorbei“, sagt Brigitta.

Dafür gebe es aber jede Menge schöne Erlebnisse: Erst unlängst war eine junge Familie mit einem etwa vierjährigen Mädchen da. „Als sie mitbekommen hat, dass mir das Haus gehört, hat sie mich an der Hose gezupft und gefragt, ob hier das Christkind wohnt. Das war für mich sehr berührend“, schildert Stefan. Es war aber auch eine ältere Dame aus der Wildschönau da, die als Geburtstagsgeschenk zum Haus der Hegers gebracht worden ist. Die habe fast geweint.

Das Lichterspektakel ist aber nicht von ewiger Dauer: Pünktlich am Freitag vor dem ersten Advent werden die Lichter zusammen mit guten Freunden bei einer kleinen Feier eingeschaltet, zu den Heiligen Drei Königen ist dann Schluss. Alles wird fein säuberlich abmontiert, sogar die 400 Dübel in der Hausmauer müssen weg, die Löcher werden zugespachtelt.

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