Internationale Pressestimmen zum Ausgang der Katalonien-Wahl

Barcelona/Rom/Clermont-Ferrand (APA/dpa/AFP) - Zum Ausgang der Regionalwahlen in Katalonien schreiben die Zeitungen am Freitag:...

Barcelona/Rom/Clermont-Ferrand (APA/dpa/AFP) - Zum Ausgang der Regionalwahlen in Katalonien schreiben die Zeitungen am Freitag:

„La Vanguardia“ (Barcelona):

„Nur mit Dialog wird man sich aus diesem Morast befreien können. Wir wollen glauben, dass alle Kandidaten jenseits von Ideologien und Strategien in erster Linie ein blühendes Katalonien wollen. Um eine solches Katalonien aufbauen zu können, wird eine Regionalregierung benötigt, die tatsächlich regiert und einseitige Entscheidungen vermeidet. Diese sind niemals empfehlenswert - erst recht nach dem Fiasko des mit Unfähigkeit geführten Unabhängigkeitsprozesses. Dieser hat dem Zusammenleben, der Wirtschaft und dem Image des Landes schlimme Schäden zugefügt.“

„La Repubblica“ (Rom):

„Die Separatisten, mit ihren Anführern im Exil oder im Gefängnis, gewinnen und sichern sich die absolute Mehrheit im Parlament in Barcelona. Das Ergebnis zeigt, dass man in Europa nicht mit Gerichtsurteilen gewinnt, mit Handschellen oder mit Dekreten, wie der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy es versucht hat. Es zeigt auch, dass der Stolz einer Zivilgesellschaft wie der katalanischen stärker sein kann als ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen.“

„La Montagne“ (Clermont-Ferrand/Frankreich):

„Mariano Rajoy hat diese Wahl gewollt, die durch alle Parteien anerkannt wurde. Er wollte mit den Separatisten Schluss machen und ihre Träume zum Platzen bringen. Doch das Szenario, das sich der Ministerpräsident ausgemalt hat, ist nicht aufgegangen: Die Uneinigkeit in den Reihen der Separatisten vor der Wahl hat die Wähler nicht entmutigt. Sie haben sich massiv beteiligt und haben ihr Votum für ein unabhängiges Katalonien bestätigt.“