Toyota

Urgestein macht sich modern

Auffrischungskur für den Toyota Land Cruiser: neuer Kühlergrill, modernisiertes Interieur, verfeinerter On- & Offroad-Komfort.Foto: Werk

Toyota verpasste dem Land Cruiser eine äußerliche und innerliche Auffrischung. Einziger Antrieb in Österreich ist der 2,8-l-Vierzylinder-Diesel.

Von Beatrix Keckeis-Hiller

Wien – In zunehmend exklusiver Gesellschaft bewegt sich der Land Cruiser. Toyotas Offroad-Flaggschiff ist eines der letzten seiner Art, das auf einem Leiterrahmen baut. Das tut der Japaner seit 1951. Dass er sich über die Jahrzehnte optisch stark verändert hat, dabei nicht wenig gewachsen ist, ist ebenso ein Zeichen der Zeit wie das Faktum, dass er Schritt für Schritt seine Kanten hat ablegen müssen. Das rundlichere Outfit und die zunehmend komfortablere Auslegung hindern ihn jedoch nicht daran, alle Facetten des Geländefahrens souverän zu meistern. Unter anderem auch bei der legendären Paris-Dakar-Rallye und dem nachfolgenden Südamerika-Ableger.

Gewachsen ist der Mode-Appeal des Urgesteins. Fürs Modelljahr 2018 hat ihn Toyota äußerlich und innerlich schick gemacht. Augenfällig ist das neue Front-Design, mit dem der Japaner der Welt gewissermaßen eine kräftige Zahnreihe zeigt. Gestraffter Leuchtenschnitt samt LED-Licht-Signatur vorne und hinten gehören dazu. Die neu gestalteten Schürzen an Front und Heck sorgen für einen kleinen Längenzuwachs, der sich nicht im Innenraum auswirkt. Dort wurde aufgeräumt und Material-seitig verfeinert. Zwischen den konventionellen Anzeige-Uhren sitzt nun ein TFT-Display. Der Acht-Zoll-Touchscreen für Infotainment, Navigation und Co. ist bündig zwischen Lüftungsdüsen und Klima-Steuerungsleiste eingepasst. Das Lenkrad ist neu gestaltet. Diese Aktualisierungsmaßnahmen haben jedoch nicht dazu geführt, dass man sich nicht mehr auskennt; dass sich die Außenspiegel-Justierungstasten unter dem Armaturenbord hinter dem Lenkrad verstecken, ist man gewohnt.

Was nicht gewachsen ist, das sind die Antriebe. Gemäß der Zeichen der Zeit stand auch für den Drei- respektive Fünftürer (ab 2,4 Tonnen) Motoren-Downsizing auf dem Programm. Mittlerweile sind nicht nur in Österreich die V8-Aggregate passé, ebenso wie hierzulande der V6: Derzeit wird die – je nach Karosserie-Version – knapp 4,4 oder nicht ganz 4,9 Meter lange (optional bis zu siebensitzige) aktuelle Version bei uns ausschließlich mit 2,8-Liter großem Vierzylinder-Diesel mit 177 PS (und 450 Nm) angeboten. Der ist entweder mit manueller Sechsgangschaltung oder sechsstufiger Automatik kombiniert.

Für eine Runde am südlichen Umland von Wien stand der Fünftürer in Topausstattung und mit Automatikgetriebe bereit. Dass der Vierzylinder weniger markig anschiebt als ein V6 oder gar V8, ist klar. Ein Rennpferd war der Parade-Offroader jedoch ohnehin nie, das entspräche nicht seinem Charakter. Dafür: Ob in winkeligen Dorfgassen, ob auf der Autobahn und Landstraße oder auf schmalen Waldpfaden tänzelt er trotz imposanter Statur leichtfüßig durch alle Arten von Kurvenradien, stemmt sich erstaunlich ungerührt gegen heftige Föhn-Windböen und hat nichts von seiner Übersichtlichkeit eingebüßt. Der Diesel brummelt vernehmbar, aber nicht nervig. Die Windgeräusche halten sich trotz großflächiger Rückspiegel-Ohrwascheln in Grenzen. Die Oberschenkelauflagen der Frontsitze sind zwar gleich geblieben, nach wie vor etwas zu kurz geraten, doch insgesamt passt die Ergonomie, und man hat gerade den richtig justierbaren Zugriff aufs Lenkrad.

Dass Toyota das Offert an elektronischen Assistenzsystemen erweitert hat, ist Teil der Modern-Machung. Gegen die Hilfestellung der Rückfahrkamera beim Entern enger Parklücken ist gar nichts einzuwenden, die Bodensicht-Funktion der 360-Grad-Kamera trägt auch zur Unterhaltung der Mitfahrer bei.

Der Preis: ab 44.900 Euro – für den Dreitürer. Will man fünf Portale, muss man mit ab 46.400 Euro kalkulieren.