Nach Doppelmord 2 - Bisher fünf von sieben Verdächtigen festgenommen

Leobersdorf/München (APA) - Bei den Opfern des brutalen Doppelmordes in Niederösterreich am 23. August 2000 handelte es sich um einen 25-Jäh...

Leobersdorf/München (APA) - Bei den Opfern des brutalen Doppelmordes in Niederösterreich am 23. August 2000 handelte es sich um einen 25-Jährigen und seine Freundin (19). Hintergrund der Tat war der Streit innerhalb einer chinesischen Schlepperbande. Bis Dezember 2000 wurden nach Polizeiangaben vier Beschuldigte gefasst. Nun wurde einer der drei noch flüchtigen Verdächtigen festgenommen. Er machte bisher keine Angaben.

Täter und Opfer waren chinesische Staatsangehörige. Bei dem Mord sei es um Rangordnung und Geld gegangen, sagte Heinz Holub, Sprecher der Landespolizeidirektion Niederösterreich. Das männliche Opfer war führendes Mitglied einer Schlepperorganisation.

Der 25-Jährige war mit einem Hackbeil regelrecht hingerichtet worden. Er wurde in der Früh des 23. August 2000 auf einem Feld nahe eines Windschutzgürtels bei Bruck an der Leitha gefunden und röchelte noch. Der Mediziner des alarmierten Notarzthubschraubers konnte jedoch wenig später nur mehr den Tod des Opfers feststellen. Die Freundin des 25-Jährigen wurde als Zeugin der Tat ebenfalls getötet. Der Frau wurde der Schädel fast komplett abgetrennt. Ein Mountainbiker fand ihre Leiche bei Leobersdorf (Bezirk Baden).

Die Opfer hatten sich tagelang in einer Wohnung in Wien-Ottakring in der Gewalt der späteren Gewalttäter befunden. Hintergrund der Tat: Der 25-Jährige schuldete einem ihm untergeordneten, rivalisierenden 23-Jährigen, der danach in der Untersuchungshaft Suizid beging, 7.000 US-Dollar (rund 5.900 Euro). Dieser beschloss, ihn - mit Hilfe der Gruppe - aus dem Weg zu räumen.

Alle vier bisher Festgenommenen gaben laut Polizei die Tat zu. Wenige Tage nach dem Doppelmord wurden zwei Verdächtige in der Wiener Innenstadt festgenommen. Einer der beiden 23-Jährigen erhängte sich Anfang September 2000 in seiner Einzelzelle in der Justizanstalt Wien-Josefstadt. Der mutmaßliche Anstifter der Bluttaten hinterließ auf seinem grauen Blouson ein Geständnis, wonach das männliche Opfer wegen nicht gerechter Teilung von Einnahmen aus Menschenschleppungen sterben musste. Zwei weitere Beschuldigte wurden bis Dezember 2000 gefasst. Drei Beitragstäter wurden 2001 zu Haftstrafen verurteilt.

Der nun am Flughafen München gefasste Verdächtige werde verdächtigt, aktiv an der Bluttat beteiligt gewesen zu sein, hieß es von der Polizei. Er habe damals gemeinsam mit den Opfern in Wien gewohnt. Der 35-Jährige soll nach Österreich ausgeliefert werden.