Macron: USA geraten mit Jerusalem-Anerkennung ins Abseits

Paris (APA/dpa) - Die USA haben sich nach Einschätzung von Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron mit der Anerkennung Jerusalems als Hauptst...

Paris (APA/dpa) - Die USA haben sich nach Einschätzung von Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron mit der Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels politisch isoliert. „Die Amerikaner sind im Abseits“, sagte Macron am Freitag in Paris nach einem Treffen mit dem Palästinenserpräsidenten Mahmoud Abbas mit Blick auf den Nahostkonflikt.

Frankreich wolle mit allen Beteiligten sprechen. Deshalb lehne er zum derzeitigen Zeitpunkt eine einseitige Anerkennung eines palästinensischen Staats ab. „Das wäre eine Reaktion auf eine andere einseitige Entscheidung, die für Unruhe in der Region sorgt“, sagte Macron mit Blick auf den umstrittenen Jerusalem-Beschluss seines US-Amtskollegen Donald Trump. Macron hatte Trumps Entscheidung bereits mehrfach offen kritisiert.

Die UNO-Mitgliedstaaten hatten mit großer Mehrheit eine Resolution zum Status Jerusalems angenommen. Nur neun Länder, darunter die USA und Israel, stimmten dagegen.

Macron sagte mit Blick auf den Nahostkonflikt, es gebe keine Alternative „zu einer Lösung mit zwei Staaten“. Diese müsse auch ein Einigung über Jerusalem enthalten. Abbas sagte: „Wir setzen die diplomatischen Anstrengungen fort, um unsere Rechte zu bekommen.“ Er begrüßte das Vorhaben Macrons, im kommenden Jahr Palästina und Israel zu besuchen. Ein Termin dafür wurde bisher nicht bekannt.

Macron hatte erst unlängst Benjamin Netanyahu empfangen und den israelischen Ministerpräsidenten zu „mutigen Gesten“ gegenüber den Palästinensern aufgefordert.