Standort Tirol

Handel rechnet mit Weihnachts-Plus

Der Christkindlmarkt in der Innsbrucker Maria-Theresien-Straße ist bis 6. Jänner 2018 geöffnet.
© TVB Innsbruck/ Lackner

Die umsatzstarke Zeit ist mit dem Heiligen Abend nicht vorbei. Es locken Schlussverkauf und Schnäppchenjagd. Die AK warnt vor Teilzahlungen.

Innsbruck –Wenn heute in vielen Familien die Kinderaugen wegen der Geschenke vor dem Christbaum strahlen, ist für viele Handelsangestellte die stressigste, weil umsatzstärkste Zeit des Jahres noch nicht ganz vorbei. Denn auch kommende Woche erwartet der Handel einen Ansturm auf die Geschäfte: Viele Unternehmen starten gleich nach Weihnachten in den Schlussverkauf und die Schnäppchenjagd beginnt.

Deshalb gibt es von der Wirtschaftskammer auch noch keine aktuellen Zahlen, erklärt der Geschäftsführer der Sparte Handel, Alois Schellhorn: „Das Weihnachtsgeschäft ist zwar noch nicht abgeschlossen, aber es zeichnet sich ab, dass sich die Tiroler Händlerinnen und Händler über ein gutes Ergebnis freuen dürfen.“ Wie hoch das von der KMU Forschung Austria prognostizierte Umsatzplus für den Handel tatsächlich ausfällt, hänge noch von den kommenden Tagen ab. „Zwischen Weihnachten und Silvester ist in den Geschäften erfahrungsgemäß viel los. So mancher erhofft sich nach dem Weihnachtsfest ein besonderes Schnäppchen zu machen. Und viele gehen gleich nach Weihnachten mit Gutscheinen und Geldgeschenken, die das Christkindl gebracht hat, einkaufen.“ Geschenkt werden heuer übrigens sehr gerne Schuh­e, Lederwaren (+7 Prozent) und Sportartikel (+4 Prozent). Bereits jetzt zeigt sich im Vergleich zum Vorjahr laut KMU-Forschung Österreich ein Plus von einem Prozent in den Geschäften. Dazu kommt noch der Einkauf im heimischen Internet, auch hier wird mit Zuwächsen gerechnet (+7 Prozent). Auch der Lebensmittelhandel freut sich rund um die Feiertage, wird doch zu den Festtagen ca. das Eineinhalbfache für Lebensmittel ausgegeben. Zusätzlich investiert wird meist in Fleisch und Feinkostplatten.

Doch Weihnachten kann finanziell auch bös­e enden. Denn Weihnachtsgeschenke und Schnäppchenjagden können leicht zur Schuldenfalle werden. Wer mit seinem Konto ins Minus rutscht oder über die Kreditkart­e seine Rechnung in Raten abstottert, zahlt letztlich meist teuer drauf. Im schlimmsten Fall können nämlich Zinsen bis zu 22 Prozent anfallen. Das zeigt ein aktueller Test der Arbeiterkammer (AK). Im Schnitt macht jeder Zehnte laut einer GfK-Umfrage Schulden für die Packerln unterm Christbaum. Die AK hat die Zinsen für Konto­überziehung berechnet. „Kaufen auf Pump mit Kreditkarte und Konsumkredite kann teuer kommen. Wenn aus einer kurzfristigen Kontoüberziehung ein ‚Dauer-Minus‘ wird, kann das ganz schön ins Geld gehen“, sagt AK Konsumentenschützer Christian Prantner. Zudem bieten Handelsunternehmen im Schlussverkauf für Schnäppchenjäger auch gerne Ware auf Teilzahlung an. Doch auch hier warnt die AK: Gerade dies­e Teilzahlungskredite seien besonders teuer. Heuer fällt zumindest das Einkaufen am 24. Dezember aus, denn an einem Sonntag haben die Geschäfte zu. Ausnahme sind die Tourismus­orte.

Hier könnte theoretisch bis 18 Uhr offen gehalten werden. „Allerdings gibt es von der Sparte Handel die Empfehlung, nur bis 14 Uhr zu öffnen“, sagt Schellhorn. Das wäre die grundsätzlich erlaubte Zeit für einen 24.12., der auf einen „normalen“ Wochen­tag fällt. (ver)