Vertreter Belgrads und Prishtina diese Woche erneut in Brüssel

Belgrad/Prishtina (Pristina)/Brüssel (APA) - Nach einer langen Pause werden die von der EU initiierten Normalisierungsgespräche zwischen Bel...

Belgrad/Prishtina (Pristina)/Brüssel (APA) - Nach einer langen Pause werden die von der EU initiierten Normalisierungsgespräche zwischen Belgrad und Prishtina diese Woche in Brüssel fortgesetzt. Laut serbischen Medienberichten werden Vertreter der zwei Seiten am Dienstag zu einer dreitägigen Gesprächsrunde zusammenkommen, bei der es um technische Fragen zwischen Serbien und dem Kosovo gehen soll.

Die Delegationen werden von Marko Djuric, dem Leiter des serbischen Regierungsbüros für den Kosovo, und Avni Arifi, einem Berater des kosovarischen Regierungschefs Ramush Haradinaj, geleitet werden. Auf der Tagesordnung steht laut der Tageszeitung „Blic“ eine Analyse der bisherigen Vereinbarungen und ihrer Umsetzung. Zur Sprache soll auch das bereits 2013 erzielte Abkommen über die Gemeinschaft der serbischen Gemeinden im Kosovo kommen, das bisher nicht umgesetzt wurde. Prishtina sieht in der Serbengemeinschaft die Gefahr für eine zu große Einmischung Belgrads in innere Angelegenheiten des Kosovo.

Die technische Gesprächsrunde wird als Einleitung eines neuen Treffens der Präsidenten Serbiens und des Kosovo, Aleksandar Vucic und Hashim Thaci, gesehen. Zuletzt waren sie im August 2017 zusammengekommen. Einen neuen Termin für ihr Treffen gibt es vorerst nicht.

Der neue kosovoarische Premier Haradinaj (seit September 2017) beharrte in den letzten Monaten wiederholt auf eine Einschaltung der USA in den Normalisierungsdialog. Belgrad würde dagegen in einem solchen Fall auch die Teilnahme russischer Vertreter fordern.

Serbien lehnt es nach wie vor ab, die vor knapp zehn Jahren verkündete Unabhängigkeit seiner einstigen Provinz Kosovo anzuerkennen.

In Serbien läuft derzeit ein von Präsident Vucic im Juni initiierter innerserbischer Dialog zum Kosovo. Es sei an der Zeit, in Sachen Kosovo nicht mehr den Kopf in den Sand zu stecken, sondern „realistisch“ zu sein, gab Vucic damals an. Resultate dürften im Februar vorliegen.