Haiminger (11) gilt als große Hoffnung im Motorsport
Der elfjährige Paul Riberer sorgt international in der Gokart-Szene für Furore. Der Vizemeister der DAI-Trophy ist bereit für höhere Aufgaben.
Von Agnes Dorn
Ötztal-Bahnhof –Für Paul Rieberer, mit elf Jahren bereits erfolgreicher Nachwuchsfahrer der österreichischen Gokart-Szene, hat sich ein Traum erfüllt, den wohl einige junge Burschen träumen. Seit er sechs Jahre alt ist, sitzt er regelmäßig am Steuer eines Gokarts, wo er sich inzwischen auch gegen Konkurrenten aus den Nachbarländern erfolgreich schlägt. Seit er sich im Jahr 2016 bei seinem ersten Rennen gegen zwanzig andere Fahrer auf Platz 14 behaupten konnte, hat ihn das Rennfieber gepackt, das ihn seither nach insgesamt zehn Rennen an die Spitze der DAI-Trophy (Deutschland, Austria, Italien) in seiner Klasse brachte: Erster Platz im letztjährigen Wintercup, Italy-Meister 2017 nach drei äußerst erfolgreichen Rennen in Italien und Vizemeister in der Gesamtwertung der DAI-Trophy sind die Bilanz der jungen Sportlerkarriere in der vergangenen Saison.
„In dieser Rennserie war mir der erste Platz schon wichtig, aber in den internationalen Rennen ist auch ein Platz weiter hinten fürs Erste okay“, sieht Paul mit bescheidener Zuversicht in die Zukunft. Easy-Klasse war nämlich gestern, denn kürzlich wurde bereits das nächste Gokart der höheren Klasse getestet: Mit seinem Vater Raimund war Paul am vergangenen Wochenende auf Testfahrt in Lonato als Entscheidungsgrundlage, für welches Team er in der heurigen Saison starten wird. Denn jetzt darf er bereits in der Junior-Klasse mitfahren. Bisher zog die Zukunftshoffnung nämlich in der Bambini-Klasse ihre Runden.
Das ist für Paul aber kein Thema mehr, denn den bis jetzt gefahrenen Gokarts mit einer Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h fühlt er sich eindeutig schon entwachsen. Ab jetzt wird der Tachometer nämlich schon gelegentlich auf 120 hinaufschnellen dürfen. „Meine Lieblingsstrecken sind in Wackersdorf und Lonato, weil da die Geraden länger sind und man auch die Kurven schneller fahren kann“, zeigt sich Paul als Geschwindigkeitsliebhaber.
Dass neben der Leistung auch das Material stimmen muss, ist klar. Verantwortlich dafür ist bisher sein Vater, der als Mechaniker die Maschinen vor dem Rennen ganz auf die Verhältnisse der Strecke und die Fahrweise abstimmt. Nun suchen die beiden mit dem Team zugleich auch einen Mechaniker, dem sie den fahrbaren Untersatz zumindest während der Rennen anvertrauen können. „Paul macht keine Fehler, fahrerisch ist er top“, lobt Vater Rieberer seinen Bub. Zwei Gokarts pro Saison und zwei Rennreifen pro Trainingswochenende sind der durchschnittliche Verschleiß, den man bei diesem nicht alltäglichen Hobby einberechnen muss. Dazu kommen noch die Startgelder, die Kosten für Anfahrt und Aufenthalt und inzwischen auch jene für das Muskelaufbautraining, das für die körperliche Fitness eines Rennfahrers ebenso erforderlich ist wie ein speziell abgestimmter Ernährungsplan, den Paul demnächst einmal ausprobieren will.
Um Paul ein Weiterkommen im Rennzirkus zu ermöglichen, wird sich Mutter Cornelia, die bei jedem Rennen ihres Sohnes ebenfalls mitfiebert, nun um Sponsoren kümmern, die die österreichische Nachwuchshoffnung auf dem Weg nach oben begleiten.