Chile-Flug: Papst verteilte an Korrespondenten Nagasaki-Foto

Santiago de Chile/Nagasaki (APA) - Nach dem Aufbruch von Papst Franziskus zu seiner Reise nach Chile und Peru hat Vatikansprecher Greg Burke...

Santiago de Chile/Nagasaki (APA) - Nach dem Aufbruch von Papst Franziskus zu seiner Reise nach Chile und Peru hat Vatikansprecher Greg Burke als Geschenk eine Karte verteilt, die zu Frieden mahne. Das berichteten mitreisende Journalisten laut Kathpress auf Twitter. Ein darauf abgebildetes Schwarz-Weiß-Foto zeigt einen Buben, der seinen toten Bruder nach dem Atombombenabwurf auf Nagasaki auf dem Rücken zum Krematorium trägt.

Der Kommentar des Papstes auf der Rückseite: „... die Frucht des Krieges“. Franziskus hatte die Karte zum Jahreswechsel anfertigen lassen.

Im Vorfeld der Reise stellte das Markt- und Meinungsforschungsinstituts Latinobarometro in Santiago de Chile die neue Studie „Papst Franziskus und die Religion in Chile und Lateinamerika“ vor. Die Studie dokumentiert die Religionsentwicklung in 18 lateinamerikanischen Staaten im Zeitraum 1995 - 2017. Marta Lagos, Direktorin von Latinobarometro, sagte laut Kathpress auf der Pressekonferenz, die wichtigste Information sei der starke Rückgang des Katholizismus und die starke Zunahme jener, die erklärten, keine Religion zu haben.

Laut den jüngsten Erhebungen erreicht Papst Franziskus in Lateinamerika einen Zustimmungswert von 6,8 auf einer 10-stelligen Skala. 2013, als er gewählt wurde, lag er bei 7,2. Die Gesamtzustimmung von 6,8 verteilt sich unterschiedlich auf die verschiedenen Länder. In Paraguay und Brasilien erreicht er mit 8,3 und 8 die höchsten Werte. Die geringste Zustimmung erfährt er in Uruguay und Chile mit 5,9 und 5,3.

Laut der Umfrage von Latinobarometro erklärten in den 18 lateinamerikanischen Staaten, in denen die Studie stattfand, 65 Prozent, Vertrauen in die katholische Kirche zu haben. In Honduras, Paraguay und Guatemala wurden Werte von 78, 77 und 76 Prozent gemessen. In Chile erklärten nur 36 Prozent der Befragten, der Institution Kirche zu vertrauen. Marta Lagos nannte dabei die Missbrauchs- und Vertuschungsaffären als Grund für den massiven Vertrauensverlust in Chile.

Die meisten Befragten, die sich als Katholiken bekannten, finden sich in Paraguay (89 Prozent), Mexiko (80 Prozent), Ecuador (77 Prozent), Peru (74 Prozent), Kolumbien (73 Prozent) und Bolivien (73 Prozent). Die geringsten Werte wurden in Chile (45 Prozent), Nicaragua (40 Prozent) El Salvador (39 Prozent), Uruguay (38 Prozent) und Honduras (37 Prozent) erreicht. In Honduras wird die geringe Zahl derer, die sich selbst als Katholiken bezeichnen, mit der massiven Zunahme der Evangelikalen erklärt, die zum Mehrheitsbekenntnis geworden sind. In Chile und Uruguay fand hingegen kein solcher Konfessionswechsel statt, sondern eine Zunahme jener, die sich als religionslos bezeichnen (in Uruguay 41 Prozent, in Chile 38 Prozent).

Vor dem Papstbesuch in Chile betonte die Kirche des Landes, dass Kritiker der Reise eine Minderheit seien. Es gebe Laien, die dem Besuch des Kirchenoberhaupts skeptisch gegenüberstünden, „diese sind jedoch nicht die große Mehrheit, auch wenn sie Medienaufmerksamkeit bekommen“, sagte der Vorsitzende der Chilenischen Bischofskonferenz, Santiago Silva Retamales, der italienischen katholischen Tageszeitung „Avvenire“ (Sonntag).