Neues Trump-Buch 2 - „Trump gefährlicher als Kim Jong-un“

Washington/Teheran/Pjöngjang (APA) - Trumps Regierung füge der US-amerikanischen Demokratie fundamentalen Schaden zu, die Bereitschaft des P...

Washington/Teheran/Pjöngjang (APA) - Trumps Regierung füge der US-amerikanischen Demokratie fundamentalen Schaden zu, die Bereitschaft des Präsidenten, Atomwaffen einzusetzen, mache ihn jedoch zu einer weltweiten Bedrohung, so Pulitzer-Preisträger David Cay Johnston. Von Trump gehe demnach auch eine größere Gefahr als von dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un aus.

Dieser könne sich das Nukleararsenal nur innenpolitisch zunutze machen könne, während Trump tatsächlich in der Lage wäre, Nordkorea auszuradieren. Beiläufig habe Trump erwähnt, alle 25 Millionen Einwohner Nordkoreas zu töten. Dies sei alarmierend, denn: „Dummheit hat bereits in der Vergangenheit zu Kriegen geführt“, mahnte Johnston. Und Trump suche eindeutig nach einem Grund, Nuklearwaffen einzusetzen.

Die zweite Bedrohung sei Trumps Haltung gegenüber Russland. Johnston ist davon überzeugt, dass es geheime Absprachen während des Wahlkampfes gegeben hat. Russlands Unterstützung für Trumps Kampagne sei durch den E-Mail-Verkehr zwischen dem Publizisten Rob Goldstone und Trumps Sohn Donald Trump Jr. eindeutig belegt. Zudem habe das Weiße Haus nach Veröffentlichung der E-Mails sechs verschiedene widersprüchliche Erklärungen geliefert - „Lügen und leugnen sind die besten Indikatoren für Fehlverhalten“, kommentierte Johnston.

Der Schlüssel liege jedoch in Trumps geschäftlichen Beziehungen mit Russland und benachbarten Ländern, so der Autor. Es gäbe nicht nur zahlreiche Beweise, dass Trump an Geldwäsche beteiligt gewesen sei, auch machten viele Geschäfte für seine Partner wirtschaftlich keinen Sinn - dies sei ein Anzeichen dafür, dass in Trump investiert wurde.

„Trump ist Putins Grand Slam, sein Home Run“, sagte Johnston über die gelungene Unterstützungskampagne. „Putin bereut den Erfolg sicher auf gewisse Weise, da Trump verrückt und inkompetent ist. Aber er muss nicht mit Hillary Clinton fertig werden.“ Clinton hatte klar gemacht, dass sie Druck auf Putin ausüben würde, um zu erreichen, dass Russland sich von der Krim und aus der Ost-Ukraine zurückziehe sowie die Bedrohung von Weißrussland und den baltischen Staaten beende. Mit Trump als Präsident sei eine Ausdehnung Russlands wieder eine Bedrohung, so der Analyst.

Seine Prognose lautet, dass die USA unter Trumps Führung weiterhin andere Staaten beleidigen, strategische Partnerschaften vernachlässigen und im wirtschaftliche Wettbewerb, wie zum Beispiel mit China, zurückfallen werden. „Es ist vorauszusehen, dass der Schaden immer größer wird, je länger Trump und seine ‚Termiten‘ im Amt sind“, sagte Johnston. „Sobald er nicht mehr im Amt ist, wird man versuchen, die diplomatischen Beziehungen wieder herzustellen.“

(Das Gespräch führte Gisela Linschinger/APA)

ZUR PERSON - David Cay Johnston, geboren 1948, ist einer der renommiertesten amerikanischen Investigativjournalisten und war als Reporter der „New York Times“ und der „Los Angeles Times“ unter anderem an der Enthüllung von Steuerschlupflöchern beteiligt. 2001 wurde er dafür mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Johnston gilt als einer der besten Trump-Kenner und berichtet seit vielen Jahren über den Unternehmer und aktuellen Präsidenten der USA. 2016 erschien „Die Akte Trump“, am 16. Jänner 2018 kommt „Trump im Amt. Ein Präsident, der gerne Diktator wäre“ in den Handel.

(S E R V I C E - David Cay Johnston „Trump im Amt. Ein Präsident, der gerne Diktator wäre“, Ecowin Verlag, 460 S., 25 Euro, ISBN 978-3-7110-0160-3)