Österreichischer Impftag: Hilfsstoffe in Vakzinen ungefährlich
Wien (APA) - In Sachen Impfungen flackert immer wieder eine Diskussion rund um in den Vakzinen enthaltenen Substanzen auf. Neben den Antigen...
Wien (APA) - In Sachen Impfungen flackert immer wieder eine Diskussion rund um in den Vakzinen enthaltenen Substanzen auf. Neben den Antigenen, welche eine schützende Immunantwort hervorrufen, können das produktionsbedingte Hilfsstoffe oder Rückstände sein. Sie sind in Impfstoffen nur „in Spuren“ zu finden, heißt es im Impfplan Österreich 2018, der am Samstag beim Österreichischen Impftag vorgestellt wurde.
Hilfsstoffe in Vakzinen erfüllen bestimmte Funktionen: „Sie können zum Beispiel als Adjuvantien (‚Wirkverstärker‘) bei einem Teil der Totimpfstoffe, als Stabilisatoren, als Emulgatoren oder auch als Konservierungsmittel dienen. Zusätzlich können eventuell noch Substanzen als sog. Produktionsrückstände in Spuren im Impfstoff beinhaltet sein, die im Zuge der Herstellung benötigt wurden (z.B. Formaldehyd, Antibiotika), sich jedoch nicht mehr „zur Gänze entfernen ließen“, ist im neuen Impfplan zu lesen.
Zu Diskussionen hat in der Vergangenheit vor allem Ethylquecksilber (Thiomersal) geführt. „Früher wurde Thiomersal, eine organische Quecksilberverbindung, häufig als Konservierungsmittel verwendet. Heute ist Thiomersal bis auf zwei Ausnahmen (Mehrdosenbehältnisse bei zwei Pandemie-Impfstoffen) in keinem in Österreich zugelassenen Impfstoff als Konservierungsmittel mehr vorhanden, schrieben die Experten. Das ist vor allem durch Verbesserungen in der Produktion von Impfstoffen möglich geworden. Sie werden in sterilen Anlagen in Einzeldosen abgefüllt und - bis auf Pandemie-Vakzine in Großbehältnissen - in diesen Einzeldosierungen verwendet. Dadurch entfüllt eine Kontaminationsgefahr. Ein Zusammenhang zwischen Thiomersal und Entwicklungsstörungen bei Kindern wurde nicht beobachtet.
Formaldehyd ist ein anderer Diskussionspunkt, der ebenfalls ausgeräumt werden sollte. „Formaldehyd kann im Herstellungsprozess der Totimpfstoffe zur Toxin- oder Virusinaktivierung verwendet werden. Obwohl es anschließend wieder entfernt wird, kann es im Endprodukt noch in Spuren (sog. Produktionsrückstand) vorhanden sein. Das Europäische Arzneibuch (PhEur) regelt die Verwendung sämtlicher Inhaltsstoffe und so ist auch hier ein Grenzwert von 0,2 Milligramm pro Milliliter je Dosis gesetzlich geregelt, heißt es im Impfplan.
Formaldehyd sei jedenfalls ein natürliches Stoffwechselprodukt, das ständig im Blut (2,5 Milligramm pro Liter), Zellen und Körperflüssigkeiten vorkomme. Täglich würden mit der Nahrung bis zu 14 Milligramm aufgenommen. Besonders hohe Anteile seien in Obst und Gemüse enthalten. „Formaldehyd wird rasch metabolisiert, die Halbwertszeit beträgt eine bis 1,5 Minuten. Der Körper produziert auch selbst Formaldehyd: Erwachsene täglich 878-1.310 Milligramm (0,878 bis 1,31 Gramm; Anm.) pro Kilogramm Körpergewicht.“ Dagegen sei die in Vakzinen vorkommende „Dosis“ de facto vernachlässigbar.
(S E R V I C E: Internet - https://www.bmgf.gv.at/home/Impfplan)