Tirol-Wahl: Abwerzger-Spott nach Platters Trommler-Kritik
Innsbruck (APA) - Mit heftiger Kritik und Spott hat der Tiroler FPÖ-Chef Markus Abwerzger auf den Unmut von LH Günther Platter (ÖVP) über de...
Innsbruck (APA) - Mit heftiger Kritik und Spott hat der Tiroler FPÖ-Chef Markus Abwerzger auf den Unmut von LH Günther Platter (ÖVP) über den Auftritt der Gruppe „drumatical theatre“ beim FPÖ-Wahlauftakt reagiert. Platter sei mit seiner Kritik „schlecht beraten“ gewesen, dieser habe in seinem Umfeld „charakterlose Personen“. Denn schließlich habe die Volkspartei selbst diese Trommlergruppe mehrmals gebucht.
„Die Linkslinken marschieren wieder und Platter lässt sich vor deren Karren spannen“, griff der FPÖ-Chef den Landeshauptmann am Montag bei einer Pressekonferenz frontal an. Und der Landeschef erntete gehörige Häme ob seiner Kritik an dem Auftritt der Gruppe „drumatical theatre“, die er unter anderem als „dunkle Gestalten“ bezeichnet und von einem martialischen Auftritt gesprochen hatte. „Wir haben offenbar einen sehr ängstlichen Landeshauptmann. Tirol will aber keinen ängstlichen Landeshauptmann, sondern einen mutigen Landeshauptmann“, so Abwerzger. Und der FPÖ-Chef erinnerte genüsslich daran, dass „drumatical theater“ mit ihrer „Percussion Performance“ ja unter anderem auch bei Michael Spindeleggers Wahlkampfauftakt 2013 aufgetreten war - und zwar mit exakt demselben „Outfit“ und besagten Trommeln.
Aus der Tiroler FPÖ hieß es, dass auch eine Aufnahme von damals existiere, die Platter zeige, wie er der Gruppe Applaus spende und sich dabei keineswegs gefürchtet habe. In Medienberichten sei damals sogar von einer gelungenen Show die Rede gewesen. Und Abwerzger erinnerte auch an die Auftritte der Trommler etwa bei einem Bezirksball der SPÖ-Döbling, beim Nova Rock sowie bei der Dieter Bohlen-Show „RTL-Supertalent“.
Mit diesem Hintergrundwissen auf die Gruppe bzw. die Tiroler FPÖ einzudreschen und die „Nazikeule“ zu schwingen, sei „charakterlos“ und komme einer Verharmlosung des Nationalsozialismus gleich, zeigte sich Abwerzger verärgert. Charakterlosigkeit wollte er Platter persönlich nicht unterstellen, aber sehr wohl dessen Beraterumfeld. Eine „Sauerei“ sei es, dass „drumatical theatre“ nun mit Auftritts-Stornierungen und einem regelrechten Shitstorm im Internet konfrontiert sei. „Das ist Hetze und hat in einem Wahlkampf überhaupt nichts verloren“, erklärte Abwerzger. Die einzige Angst, die man haben müsse, sei jene vor den „schwarzen Männern“, die „mutlos“ in der Tiroler ÖVP das Sagen hätten. Platter habe offenbar „schlechte Einflüsterer“, auf die er höre.
Abwerzger ortete jedenfalls ein „System“ hinter der Platter-Kritik. Dieser sei damit „links abgebogen“. Die Indizien würden sich mehren, dass der Landeshauptmann eine Fortsetzung der schwarz-grünen Landeskoalition plane. Die Berater in dessen Umfeld würden dies auf jeden Fall präferieren. Nur eine Stimme für die FPÖ und eine starke freiheitliche Partei könne Grün in der künftigen Landesregierung verhindern, wiederholte Abwerzger sein Mantra der vergangenen Tage.
Auch die neue FPÖ-Generalsekretärin Marlene Svazek schoss sich auf Platter ein. Dieses Messen mit zweierlei Maß sei „unerträglich und diese Hetze lächerlich“, erklärte sie.
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