Brenner-Transit: Tiroler Euregio mit Bekenntnis zu Korridormaut

Bozen (APA) - Die Euregioländer Tirol, Südtirol und Trentino haben bei einem Verkehrsgipfel am Montag in Bozen ein Bekenntnis für eine Korri...

Bozen (APA) - Die Euregioländer Tirol, Südtirol und Trentino haben bei einem Verkehrsgipfel am Montag in Bozen ein Bekenntnis für eine Korridormaut auf der Brennerstrecke abgegeben. Diese soll noch vor der italienischen Parlamentswahl Anfang März vereinbart werden. Die Mautgebühren für den Brennertransit sollen an andere Alpentransitstrecken angepasst werden, hieß es.

Der Transit über den Brenner überschreite die Belastungsgrenze sowohl für die Bewohner und die Natur entlang der Strecke als auch für die Infrastruktur. Am Handlungsbedarf bestehe kein Zweifel mehr, erklärte Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) bei einer Pressekonferenz. Der bei der heutigen Vorstandssitzung gefasste Beschluss sei wichtig, weil es damit eine gemeinsame Zielsetzung im Hinblick auf den Verkehrsgipfel am 5. Februar in München gebe. Aber auch für die laufenden Gespräche mit Rom im Zusammenhang mit der Verlängerung der Konzession für die Brennerautobahn südlich des Brenners sei die gemeinsame Strategie förderlich. Mit dem gemeinsamen Beschluss seien jetzt die Handlungsmöglichkeiten gegeben, so Kompatscher.

Die Ziele seien die drastische Verringerung des sinnlosen Umwegeverkehrs und die Verlagerung des Schwerverkehrs von der Straße auf die Schiene. Dabei müsse vermieden werden, dass der Verkehr nicht von der Autobahn auf das restliche Straßennetz ausweicht, und dass bis zur Inbetriebnahme des Brennerbasistunnels (BBT) die Bestandslinie nicht zu stark belastet würde. Der Südtiroler Landeshauptmann verwies darauf, dass der Schwerverkehr derzeit zu 71 Prozent auf der Straße verläuft, nur 29 Prozent würden über die Schiene abgewickelt. Bis zur Inbetriebnahme des BBT 2017 soll das Verhältnis ausgeglichen sein, bis 2035 soll es dann umgekehrt werden.

Tirols Landeshauptmann, Günther Platter (ÖVP) sprach von einem Durchbruch und betonte, dass auch die Handels- und Wirtschaftskammern der drei Länder die beschlossenen Ziele teilen würden. Es sei keine Maßnahme gegen die Wirtschaft, man versuche vielmehr Wirtschaft und Lebensraum in Einklang zu bringen. „Mehr als ein Drittel des Schwerverkehrs ist Umwegverkehr, der durch kostengünstige Mauttarife entsteht“, betonte Platter. Durch die Angleichung der Mauttarife könne dem Einhalt geboten werden. Zudem soll eine Lkw-Obergrenze auf Basis eines Verkehrsmonitorings eingeführt werden.

Tirols Landeschef verteidigte einmal mehr die jüngsten Lkw-Blockabfertigungen. Damit vermeide man, dass der Verkehr stillsteht und erhöhe die Sicherheit. Außerdem sprach er sich für einen effizienten Ausbau der Verlademöglichkeiten in Rosenheim und Trient aus und für eine Harmonisierung der Systeme. Der heutige Beschluss sei wichtig, um gut abgestimmt zum Verkehrsgipfel nach München zu fahren. Man müsse gemeinsam Deutschland überzeugen, damit Bewegung in die Problematik komme, so Platter.