Myanmar und Bangladesch beraten über Rückkehr der Rohingya

Yangon (Rangun) (APA/AFP) - Die Nachbarländer Myanmar und Bangladesch haben Beratungen über die Rückkehr der 655.000 Rohingya-Flüchtlinge na...

Yangon (Rangun) (APA/AFP) - Die Nachbarländer Myanmar und Bangladesch haben Beratungen über die Rückkehr der 655.000 Rohingya-Flüchtlinge nach Myanmar aufgenommen. Regierungsvertreter beider Länder seien in der myanmarischen Hauptstadt Naypyidaw zusammengekommen, um „Fragen zu klären“, sagten bangladeschische Beamte am Montag.

Unter diplomatischem Druck hatte Myanmar eingewilligt, dass die ins Nachbarland geflohenen Rohingya zurückkehren dürfen. Im November unterzeichnete das Land einen entsprechenden Vertrag mit Bangladesch, wonach zunächst 100.000 Rohingya ab dem 23. Jänner zurückkehren sollten.

Das Abkommen schließt neben den seit August vor der Gewalt durch die myanmarische Armee geflohenen 655.000 Rohingya auch weitere ein, die seit Oktober 2016 nach Bangladesch geflohen waren.

Doch bisher ist unklar, wie viele der Flüchtlinge wieder in ihre Heimat zurückkehren. Sie müssen nachweisen, dass sie einen Wohnsitz in der Region Rakhine im Norden Myanmars hatten. Hilfsorganisationen äußerten Zweifel, dass dies allen Rohingya möglich ist. Sie waren in Eile geflohen, zudem haben die meisten Rohingya keine myanmarische Staatsangehörigkeit.

Die meisten Rohingya in Flüchtlingslagern in Bangladesch sagten zudem, sie wollten nicht in ein Land zurückkehren, in dem ihre Städte zerstört wurden. Sie fürchten neue Gewalt durch das Militär und die einheimische Bevölkerung in Rakhine.

Außerdem berücksichtigt das Abkommen zwischen Myanmar und Bangladesch nicht die rund 200.000 Flüchtlinge, die schon vor Oktober 2016 in Bangladesch lebten. Diplomaten äußerten Zweifel an Myanmars Wille, die Rückkehr in größerem Umfang zu ermöglichen.

Die EU beschloss nach eigenen Angaben am Montag ein Hilfsprogramm in Höhe von fünf Millionen Euro für die Rohingya in Bangladesch. Mit dem Geld soll die Identifizierung und Registrierung der Flüchtlinge unterstützt werden. Zudem soll ihre humanitäre Lage verbessert werden.