Vergewaltigungsvorwürfe: Paris stellt Verfahren gegen Soldaten ein

Paris (APA/AFP) - Die französische Justiz hat Ermittlungen gegen Soldaten wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung von Kindern in der Zentralaf...

Paris (APA/AFP) - Die französische Justiz hat Ermittlungen gegen Soldaten wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung von Kindern in der Zentralafrikanischen Republik eingestellt. Die Untersuchungsrichter folgten damit einem Antrag der Pariser Staatsanwaltschaft, wie am Montag aus Justizkreisen verlautete.

Die Ermittler wollten zwar nicht ausschließen, dass es Missbrauchsfälle gegeben habe; die Zeugenaussagen seien aber widersprüchlich und würden keine Strafverfolgung der Soldaten ermöglichen.

Der Fall hatte 2015 für Aufsehen gesorgt und dem Ruf der französischen Armee schwer geschadet: Die britische Zeitung „The Guardian“ enthüllte einen UNO-Bericht, wonach sechs zentralafrikanische Kinder im Alter zwischen neun und 13 Jahren Missbrauchsvorwürfe gegen französischen Soldaten erhoben hatten. Die Vorgänge sollen sich demnach zwischen Ende 2013 und Juni 2014 in einem Flüchtlingslager am Flughafen der Hauptstadt Bangui zugetragen haben.

Französische Untersuchungsrichter befragten die Kinder 2015 und 2016 in Bangui. Dabei räumte ein Kind ein, gelogen zu haben. Ein anderes identifizierte auf einem Foto einen mutmaßlichen Täter - es handelte sich aber gar nicht um einen Soldaten.

Frankreich hatte im Dezember 2013 einen Militäreinsatz in Zentralafrika gestartet, um die tödliche Gewalt zwischen christlichen und muslimischen Milizen zu beenden. Im September 2014 begann eine UNO-Blauhelmmission in dem Krisenstaat.