Sonderjustiz zum Guerillakonflikt in Kolumbien gestartet

Bogota (APA/dpa) - Wichtiger Schritt zur Aufarbeitung des blutigen Konflikts in Kolumbien: Präsident und Friedensnobelpreisträger Juan Manue...

Bogota (APA/dpa) - Wichtiger Schritt zur Aufarbeitung des blutigen Konflikts in Kolumbien: Präsident und Friedensnobelpreisträger Juan Manuel Santos hat 31 Richter eingesetzt, die im Rahmen einer Sonderjustiz die Verbrechen der FARC-Rebellen aufarbeiten sollen. Diese hatten im vergangenen Jahr nach über 50 Jahren Kampf die Waffen abgegeben.

Santos sprach von einer „Justiz für den Frieden“, von einem Vorbild für die Welt zur Lösung bewaffneter Konflikte. Insgesamt sollen 38 Richter am Ende die Taten aufarbeiten, dabei geht es vor allem um schwere Kriegsverbrechen, Anschläge, Tötungen, Folter und Geiselnahmen. Die Sonderjustiz ist Teil des Abkommens mit der FARC.

Insgesamt könnten die Verfahren am Ende Vorwürfe gegen rund 3.500 Ex-Guerilleros und 1.750 Soldaten des kolumbianischen Militärs umfassen. Straftaten wie illegaler Waffenbesitz sollen unter eine Amnestie fallen. Für geständige Kämpfer sind je nach Schwere der Verbrechen Strafen von maximal acht Jahren vorgesehen - zum Teil können diese im Arrest auf ländlichen Farmen verbüßt werden.

Die Sonderjustiz - Jurisdiccion Especial para la Paz (JEP) - war der umstrittenste Punkt des Friedensabkommens. Gegner werfen Santos zu viel Milde gegenüber den früheren Guerillakämpfern vor. Es wird damit gerechnet, dass bis zum Abschluss aller Verfahren und des Schließens dieses Kapitels bis zu 15 Jahre vergehen könnten. Es beteiligen sich auch Juristen aus dem Ausland an den Verfahren. Ziel ist eine gründliche, den Opfern gerecht werdende Aufarbeitung.