Felssturz in Fließ: ,,Muss es Tote geben, bevor gebaut wird?“
Unternehmer in Fließ fordern den Bau einer Galerie auf der Landecker Straße. Vom Land gibt es vorerst eine Absage.
Landeck, Fließ –Als „nicht akzeptabel“ wird im Gewerbegebiet Fließer Au die Reaktion von LHStv. Josef Geisler zum jüngsten Felssturz auf die Landecker Straße L76 gewertet. „Muss es zuerst einen Toten geben, bevor das Land die längst geforderte Galerie baut?“, fragen sich die Unternehmer Rupert Weiss und Chistoph Gitterle. Trotz aufwändiger Sicherungs- und Abräumarbeiten bleibe der Bereich beim „überhängenden Felsen“ eine akute Gefahr. Die Einheimischen sagen es rustikal: „Man weiß ja nie, wann es den nächsten Rumpler gibt.“ Weiss macht auf wirtschaftliche Schäden aufmerksam: „Wenn ich bei gesperrter Straße nach Landeck will, muss ich eine halbe Stunde Umweg in Kauf nehmen. Das trifft klarerweise auch unsere Kunden.“
Geisler hatte erklärt, eine Galerie könne er vorerst nicht zusagen. Es gebe eine tirolweite Prioritätenliste für derartige Projekte.
Für Josef Siegele, Gemeindevorstand in Ried, steht fest, dass das gesamte Obergricht vom Gefahrenpotenzial betroffen ist. Er verweist auf einen Antrag der Gemeinde aus dem Jahr 2014, in dem die Forderung nach einer Galerie bzw. einem Tunnel erstmals erhoben worden ist. „Wir haben den Antrag an das Land im Gemeinderat und beschlossen. Die anderen Obergrichter Gemeinden haben die Forderung ebenfalls unterstützt.“ Den ersten Antrag habe er bereits 2007 gestellt – mit Unterstützung des damaligen Landecker Bürgermeisters Engelbert Stenico.
Stadtchef Wolfgang Jörg urgierte abermals bei LHStv. Geisler: „Wir haben am Montag ein offizielles Schreiben ins Landhaus geschickt.“ Der Schutzbau dürfe nicht länger auf die lange Bank geschoben werden, so Jörg. (hwe)