Der Ruf nach Parkplätzen bei Hall-Thaur wird lauter
Die Zufahrt zur neuen Haltestelle Hall-Thaur gestaltet sich für Pendler, die mit dem Auto unterwegs sind, schwierig.
Hall, Thaur –Über 70 Züge halten seit Dezember täglich in der neuen Bahnstation Hall-Thaur. Interessant ist das nicht nur für Berufstätige, die ins Gewerbegebiet pendeln, sondern auch für viele Thaurer. Zumindest theoretisch. Denn in der Praxis stellt sich für sie die Frage, wie sie die südlich von Thaur auf Haller Gemeindegebiet gelegene, dezentrale Station erreichen sollen. Derzeit gibt es vor Ort noch keinen einzigen Parkplatz. Zudem besteht in der Lorettostraße nördlich der Haltestelle ein Halte- und Parkverbot. „Im Grunde darf man nicht einmal legal stehen bleiben, um jemanden ein- oder aussteigen zu lassen“, ärgert sich ein Thaurer. Auch per Zweirad sei es schwierig – denn Fahrradständer fehlen derzeit ebenfalls noch.
„Wir sind weiter in Verhandlungen über ein Grundstück für einen Parkplatz“, erklärt dazu BM Eva Posch aus Hall. Das betreffende Feld nördlich der Bahnstation gehört der Ärztekammer. Zum Verhandlungsstand will Posch nicht Stellung nehmen. In Sachen Park- und Halteverbot verweist sie darauf, dass es sich hier um eine Straße für das Gewerbegebiet handle, „wo man mit Lkw fahren können muss“. Wo am Gelände Radständer aufgestellt werden können, werde man sich anschauen. Zudem sei geplant, entlang der Lorettostraße einen Gehsteig zu errichten.
BM Christoph Walser aus Thaur kann die Kritik der Bahnnutzer verstehen: „Die Frage der Parkplätze hätte vor der Eröffnung geklärt werden sollen“, so könnten viele Thaurer den neuen Halt de facto nicht nützen. Er selbst habe sich bisher nicht eingeschaltet, weil die Bahnstation auf Haller Gemeindegebiet stehe „und ich zudem beim ganzen Projekt eher außen vor gelassen wurde“. Nicht einmal zur Eröffnung der Haltestelle sei er eingeladen worden, das habe ihn „leicht überrascht“.
Er vertraue auf die Haller Bürgermeisterin, die die Verhandlungen führe, betont Walser, kündigt aber an: „Sollte sich in naher Zukunft keine Lösung abzeichnen, werden wir selbst reagieren müssen und schauen, ob wir auf Thaurer Gebiet irgendwo Parkplätze schaffen können.“ Zugleich strebe man eine „gescheite öffentliche Anbindung“ der Bahnstation an, etwa in Form einer Nahverkehrslinie, die eine Nord-Süd-Verbindung in Thaur herstellt. Vom Verkehrsverbund Tirol (VVT) liege dazu ein Angebot vor. Die Kosten von über 130.000 Euro pro Jahr seien aber „eine Menge Geld“, so Walser, hier werde man nochmals mit VVT und Land verhandeln müssen. (md)