Eiskunstlauf

Eine Tiroler EM-Premiere inmitten großer Namen

Noch schaut Natalie Klotz zu den Besten auf, den letzten Feinschliff vor der EM holte sie sich aber ungewöhnlicherweise am Bergisel.
© Ganner

Natalie Klotz fährt als erste Tirolerin zur Eiskunstlauf-EM. In Moskau will sie sich einen Namen machen – neben Star Jewgenija Medwedewa.

Von Sabine Hochschwarzer

Innsbruck – Namen sind weder Schall noch Rauch. Für Eiskunstläuferinnen sind sie mindestens genau so wichtig wie geschliffene Kufen. Noch scheint ihr Name aber eher ein Klotz am Bein zu sein. „So würde ich es nicht sagen“, protestiert Natalie Klotz lachend, aber es stimme schon: „In unserem Sport ist es sehr wichtig, sich bei den Punkterichtern zu etablieren.“

Bislang schien die Scharnitzerin noch wenig international auf, vor zwei Jahren war die heute 20-Jährige zumindest aber bereits bei einer Junioren-WM dabei. Am Donnerstag startet Klotz als erste Tirolerin überhaupt bei einer EM der Erwachsenen. Im selben Bewerb mit Europas größten Namen im Eiskunstlauf – die sich, weil so kurz vor den heurigen Olympischen Spielen, in Moskau nun nahezu vollzählig zu einer Generalprobe treffen werden.

Darunter etwa auch Jewgenija Medwedewa, die zweifache Europa- und Weltmeisterin und eines der großen Idole der Tirolerin. Obwohl die Russin sogar noch knapp zwei Jahre jünger ist als Klotz. „Ich habe sie schon oft auf Videos gesehen, aber noch nie live“, freut sich Klotz doch auch auf die harte Konkurrenz. Vieles lässt sich von den Besten noch abschauen: die Geschwindigkeit auf dem Eis, die perfekten Programme, der Ausdruck der Stars – „und dann zeigen sie zehn Sprünge, bei denen so gut wie nie etwas passiert“, schwärmt die EM-Novizin.

In den letzten Trainingseinheiten lag ihr Augenmerk aber vor allem noch auf dem eigenen Kurzprogramm, den 2:50 Minuten zu einem italienischen Mambo. Denn: Nur die besten 24 qualifizieren sich für die EM-Kür. Mit Trainerin Claudia Houdek feilte sie täglich, bei bis zu 20 Wochenstunden dauernden Einheiten, am Ex­tra-Blick für die Punkterichter. „Anfangs waren einige Bewegungen noch ungewohnt, aber jetzt ist alles automatisiert“, beschreibt Klotz. Ungewohnt wird für die Sport-BORG-Absolventin dennoch vieles sein – im Gegensatz zu ihren zwei Teamkollegen.

Für die im Februar dann auch olympischen Paarläufer Miriam Ziegler und Severin Kiefer (Bgld./Sbg.) sind es bereits die dritten Europameisterschaften (8./2015. und jeweils 9. 2016 und 2017), für Klotz’ Premiere spielen Plätze hingegen noch weniger eine Rolle. Es gilt, sich nun erst mal zu präsentieren – auch den Zuschauern.

Im Unterschied zu ihren sonstigen Wettkämpfen mit kaum 100 Zusehern werden in Moskau doch einige mehr erwartet: Die „Megasport Arena“ mit rund 14.000 Sitzplätzen sei bereits ausverkauft. „Ich freue mich irrsinnig auf das große Publikum, das taugt mir voll“, strahlt sie bei den Gedanken an ihren Auftritt am Donnerstag.

Um mögliches Unbehagen vor den vollen Rängen abzulegen, wählte Österreichs Vizemeisterin unlängst noch einen ungewöhnlichen Umweg. Sie durfte beim traditionellen Tournee-Skispringen Anfang Jänner am Innsbrucker Bergisel auf die Schanze und dann im Auslauf gefühlsmäßig in die Menschenmenge eintauchen. „Also, das war echt beeindruckend, ein unglaublich tolles Erlebnis, so hautnah dabei sein zu können“, schwärmt die Tiroler Eiskunstläuferin noch heute. Das „Fremdgehen“ habe sich gelohnt: „Nun kann mich in Moskau kaum noch etwas überraschen.“

Für Sie im Bezirk Innsbruck unterwegs:

Renate Perktold

Renate Perktold

+4350403 3302

Verena Langegger

Verena Langegger

+4350403 2162

Michael Domanig

Michael Domanig

+4350403 2561