Ski Alpin

Ex-Weltmeister Nösig von Virus im Gehirn gestoppt

Der Team-Weltmeister Christoph Nösig sprach über die Gründe seines Karriereendes.
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Eine heimtückische Erkrankung zwang den Tiroler Teamweltmeister Christoph Nösig (32) zum Abschied.

Von Toni Zangerl

Ramsau, Längenfeld –Am 5. März 2017 beendete Christoph Nösig, Teamweltmeister von 2015 in Vail/Beaver Creek (USA), seine Karriere. Eine Entscheidung, die im Trubel am Ende einer langen Weltcupsaison weitestgehend unbemerkt blieb. Aber für den Ötztaler ein ultimativer Schritt nach einem Albtraum, auf den das Stehaufmännchen mit der TT noch einmal zurückblickte.

Ende Dezember 2016 hatte sich Nösig einen Virus eingefangen. Wie oder wobei, wusste niemand. Über Nacken und Kopf setzte sich der Virus schließlich in Nösigs Gehirn fest. Die Folge: „Beim Rennen in Adelboden (2017, Anm.) spürte ich Probleme. Die Konzentration fehlte, alles ging mir zu schnell, mental fühlte ich mich total am Sand“, blickt er zurück. Aber Trainings- und Rennalltag mussten normal weitergehen, Nösig wollte weiterhin das Maximum an Leistung bringen. „Leider eine völlig falsche Entscheidung.“

Nach Arztbesuchen in Innsbruck (Röntgen, MRT, Blutbild usw.) gab es keine konkrete Diagnose. Ratlose Ärzte, der Hinweis eines namhaften Mediziners („Geh am besten zu einem Sportpsychologen“) sorgten für Verzweiflung.

Die allgemeine Verfassung wurde immer schlechter, in Bayern kamen schließlich zwei Ärzte unabhängig voneinander zum gleichen Ergebnis: „Ein Virus im Gehirn mit starker Hirnschwellung.“ Medikamente gab es keine, absolute Ruhe war gefordert. Banal gesagt, waren es Symp­tome wie bei einer Gehirnerschütterung. Licht, Sonne, Lärm – unerträglich. Und Leistung – unmöglich“, sagt Nösig.

Die Ski-WM 2017 in St. Moritz (SUI) war für Nösig damit kein Thema mehr. Die Rennen im TV zu verfolgen, scheiterte am Licht. Und in seinem gewohnten sportlichen Umfeld schien seine Abwesenheit niemanden zu interessieren. Nur sein Freund und Teamkollege Philipp Schörghofer hatte eine Ahnung, was mit Nösig passiert war. Für das Ende der Karriere entschied sich der Tiroler dann beim Saisonfinale in Kranjska Gora (SLO): „Es war die einzig logische Konsequenz.“ Der Österreichische Skiverband und meine Frau Corinna erfuhren schließlich davon via Facebook. „Man war irritiert – aber vorher war ich einen Monat weg, das hat auch niemanden gestört.“

Auch das Ende beim Zoll fiel schwer. „Großer Dank, es war eine super Unterstützung, aber meine Zukunft sehe ich im Sport“, sagt er. Aktuell betreibt er mit Partner und Ex-ÖSV-Kombinierer Markus Kahr in Ramsau/Dachstein ein Konditionsinstitut.

Der Blick zurück? „Viel Positives – herausragend das Team-Gold bei der WM in Vail 2015. Aber auch die Saison nach 2012/13, als ich aus dem Kader geflogen war und von Platz 45 in der Weltrangliste unter die Top 15 kam – mit vier Top-Ten Plätzen und dem 6. Platz beim Weltcupfinale. Das waren schon Höhepunkte!“ Ein Bandscheibenvorfall (2011) und ein Kreuzbandriss (2016) waren Tiefschläge, „aber es war insgesamt eine schöne Karriere“.

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