Spott im EU-Parlament über Rückkehr zu blauen britischen Pässen
Straßburg (APA/AFP) - Die britische Regierung hat mit ihrer angekündigten Rückkehr zu blauen Reisepässen nach dem Brexit im Europaparlament ...
Straßburg (APA/AFP) - Die britische Regierung hat mit ihrer angekündigten Rückkehr zu blauen Reisepässen nach dem Brexit im Europaparlament spöttische Reaktionen ausgelöst. Die blauen Pässe seien seit Beginn der Brexit-Verhandlungen „das Einzige, was die britische Regierung bisher erreicht hat“, sagte der Fraktionschef der Europäischen Volkspartei (EVP), Manfred Weber.
Das eigentliche Problem bei dem Thema sei der Mangel an Aufrichtigkeit, sagte der CSU-Politiker. Das EU-Recht schreibe keine Farbe für die Reisepässe vor - somit hätten die Briten, wie etwa auch die Kroaten, von Anfang an bei ihren blauen Pässen bleiben können. „Warum sagt die britische Regierung ihren Bürgern nicht die Wahrheit?“
Als Liberaler ziehe er persönlich auch die Farbe blau dem Roten vor, sagte der ehemalige belgische Regierungschef Guy Verhofstadt. „Aber es war vielleicht nicht unbedingt nötig, ein Referendum zu organisieren, nur um dieses Ergebnis zu erreichen“, sagte der Chef der liberalen Fraktion.
Das britische Innenministerium hatte im Dezember angekündigt, mit dem Austritt aus der EU würden die Briten wieder ihre alten Pässe zurückbekommen. Diese waren seit 1921 blau, bis das Vereinigte Königreich 1988 die in den meisten EU-Staaten üblichen bordeauxroten Reisedokumente einführte.