Die Diözese Innsbruck, ein „Fall für zwei“
Florian Huber wurde am Dienstag offiziell als neuer Generalvikar präsentiert. Der gebürtige Kufsteiner nimmt am 2. Februar seine neue Tätigkeit auf.
Von Nikolaus Paumgartten
Innsbruck – Er habe das relativ rasch befürchtet, erklärt Dompropst Florian Huber und erinnert sich an das erste Gespräch mit dem neuen Innsbrucker Diözesanbischof Hermann Glettler zurück. „Da hat er mir bereits ein Hölzl in diese Richtung geworfen“, sagt Huber. Vor Weihnachten sei er dann von Glettler offiziell gefragt worden, ob er sich vorstellen könne, das Amt des Generalvikars in der Diözese zu übernehmen. Nach einer Bedenkzeit habe er am 5. Jänner schließlich zugesagt. Mittlerweile ist auch der erste Schock der Freude über die neuen Aufgaben gewichen, betont Huber. Als Generalvikar ist er oberster Leiter der bischöflichen Ämter und Personalchef der Diözese.
Er habe sowohl auf seinen Kopf als auch auf seinen Bauch gehört, erklärt Bischof Glettler seine Entscheidung. Er schätze Hubers Umsicht und dessen Charisma und setze auf seine Verlässlichkeit im Ringen um gemeinsame Konzepte und bei der Umsetzung. „Wir müssen ein gutes Double sein. Und mir scheint, dass du auch belastbar bist“, lacht Glettler Huber zu. „Die Chemie stimmt“, pflichtet dieser ihm bei. Sie wollen künftig mit einer Stimme sprechen und lösungsorientiert zusammenarbeiten. „Es wird ein Fall für zwei“, sind sich Glettler und Huber einig. Huber, der weiterhin Pfarrer der Dompfarre St. Jakob und der Pfarre Dreiheiligen bleibt, tritt das Amt des Generalvikars am 2. Februar vorerst für fünf Jahre an. Josef Stock wird ihn als neuer Domkurat entlasten und seelsorgliche Aufgaben in der Dompfarre wahrnehmen.
Roland Buemberger, der in den vergangenen zwei Jahren als ständige Vertretung des Diözesanadministrators und zuletzt als interimistischer Generalvikar tätig war, soll sich wieder voll auf seine Aufgaben als Regens des Priesterseminars für Innsbruck, Feldkirch und Lienz konzentrieren können. Außerdem wird er von Bischof Glettler zum Leiter für Berufungspastoral ernannt. „Er ist damit unser Agent für neue Berufungen“, sagt Glettler. Man müsse die Menschen aufwecken und etwas in ihnen freisetzen. „Denn es gibt Ängste, sich auf so einen Weg einzulassen.“ Eine Gelegenheit gibt es kommenden Sonntag im Innsbrucker Priesterseminar. Von 9 bis 15 Uhr findet dort ein Einkehrtag für junge Menschen von 16 bis 26 Jahren mit Bischof Hermann Glettler statt. Anmeldung unter priesterseminar@dibk.at.
Zur Person:
Florian Huber wurde am 15. März 1954 in Kufstein geboren. Er studierte zunächst Mathematik-Physik und wollte Lehrer werden. Später wandte er sich der katholischen Theologie zu, wurde 1981 zum Priester geweiht und promovierte 1989 „sub auspiciis praesidentis rei publicae Austriae“. Von 1993 bis 2004 war er außerdem Leiter des Seelsorgeamtes der Diözese Innsbruck, ab 2004 Dompfarrer und Probst in St. Jakob in Innsbruck.