Ski alpin: Neureuther „enttäuscht“ von IOC-Präsident Bach
Pyeongchang (APA/dpa) - In seiner wiederholten Kritik an der Entwicklung der Olympischen Spiele nimmt Felix Neureuther auch IOC-Präsident Th...
Pyeongchang (APA/dpa) - In seiner wiederholten Kritik an der Entwicklung der Olympischen Spiele nimmt Felix Neureuther auch IOC-Präsident Thomas Bach nicht aus. Der deutsche Ski-Star prangert seit langem eine Abkehr von der olympischen Grundidee und eine Veränderung hin zu immer mehr Kommerz durch Organisationen wie das Internationale Olympische Komitee an.
„Leider ist es insgesamt schwierig, in diesem System etwas zu ändern“, sagte der aktuell verletzte Sportler am Dienstag in München. „Wenn es einer geschafft hätte, dann wäre es Thomas Bach gewesen. Das hat er leider nicht, und deshalb bin ich von ihm schon enttäuscht.“
Neureuther bemängelte, dass Olympische Spiele durch die jüngere Entwicklung in Kernregionen wie den Alpen kaum noch eine Chance hätten. Deshalb seien sie in Gegenden wie Pyeongchang in Südkorea oder Peking in vier Jahren vergeben worden. „So geht Olympia den Bach runter“, sagte der 33-Jährige.
Eine mögliche Teilnahme Nordkoreas an den Olympischen Winterspielen in Südkorea sieht Neureuther als Signal für die Zukunft. „Ich fände es super, wenn Nordkorea eine Mannschaft hinschicken würde“, sagte er am Dienstag als Gast bei der Einkleidung der deutschen Mannschaft für die Spiele in Pyeonchang.
Zuletzt hatte es Verhandlungen zwischen den verfeindeten Ländern gegeben. Ein Start von Sportlern aus dem kommunistischen Norden bei den Spielen im Februar scheint derzeit möglich. „Es wäre ein extrem wichtiges Zeichen für die Welt, wenn Nordkorea an den Spielen teilnimmt und ein erster Schritt in eine hoffentlich bessere Zukunft“, sagte Jungvater Neureuther.
Er hadere nicht mehr, betonte der Skifahrer, der zum Saisonstart noch den Slalom in Levi gewonnen und sich danach das Kreuzband gerissen hatte. Dass München und sein Heimatort Garmisch-Partenkirchen als Ski-Wettkampfort den Olympia-Zuschlag nicht erhalten hatten, erwies sich für Neureuther und seine Frau Miriam, eine ehemalige Biathletin, privat als Glücksfall. „Wenn die Olympischen Spiele in Garmisch stattgefunden hätten, dann hätten wir keine Tochter.“
Die beiden Sportler waren im Oktober Eltern einer kleinen Matilda geworden. „Meine Tochter macht mich wirklich um einiges glücklicher, als mich jede Medaille hätte machen können“, sagte Miriam Neureuther (27), die vor ihrer Hochzeit Gössner hieß. Wäre München Ausrichter gewesen, „dann hätten sie mir beide Haxn aufschneiden müssen, dass ich da nicht mitfahre“, scherzte Neureuther.