Mangelberufe: Für WKÖ SP-Zahlen „völlig aus der Luft gegriffen“

Wien (APA) - Die Wirtschaftskammer (WKÖ) sieht die von SPÖ-Chef Christian Kern am Dienstag in der Debatte um die Mangelberufe ins Spiel gebr...

Wien (APA) - Die Wirtschaftskammer (WKÖ) sieht die von SPÖ-Chef Christian Kern am Dienstag in der Debatte um die Mangelberufe ins Spiel gebrachten Zahlen als „völlig aus der Luft gegriffen“. Die Zahl der Rot-Weiß-Rot-Karten-Bewilligungen belaufe sich seit 2011 insgesamt auf etwa 12.000, und nicht wie von Kern im „Mittagsjournal“ behauptet auf rund 47.000.

Und seit Einführung der Fachkräfteverordnung im Jahr 2013 (die festlegt, welche Tätigkeiten als „Mangelberufe“ gelten) wurden laut WKÖ rund 1.700 Fachkräfte in Mangelberufen bewilligt.

Die von Kern vorgerechnete zu erwartende Verdreifachung der Zahl der Karteninhaber sei „nicht nachvollziehbar“. Denn schon die Basis der 47.000 würde nicht den Tatsachen entsprechen. Auch die vom SP-Chef angenommene Verdreifachung würde „jeder Grundlage“ entbehren, so die Kammer in einer Aussendung.

„Diese Zahlen sind schlicht und einfach absurd“, sagte der Arbeits- und Sozialrechtsexperte der Wirtschaftskammer Martin Gleitsmann. „Die von der SPÖ behaupteten 150.000 zusätzlichen Zuwanderer würden knapp eine Verhundertfachung der derzeitigen Bewilligungen für Fachkräfte in Mangelberufen bedeuten.“

Statt „Phantasie-Zahlenspiele“ anzustellen sollte man sich „stärker auf die Nöte der Betriebe konzentrieren“, so Gleitsmann. Für die heimischen Betriebe sei der Fachkräftemangel mittlerweile „prioritäres Problem und Hemmschuh für Wachstum“ geworden. Bereits rund drei Viertel der Unternehmen hätten Schwierigkeiten damit, ihre offenen Stellen mit geeigneten Personen zu besetzen.

Gleitsmann forderte daher, „sämtliche Maßnahmen im Inland auszuschöpfen“. Dazu zähle ein Ausbau der überregionalen Vermittlung - was alleine aber nicht ausreichen werde. „Nachdem der internationale Wettbewerb um die besten Köpfe bereits in vollem Gange ist, wird es kaum möglich sein, in Österreich oder den benachbarten EU-Ländern ausreichend Fachkräfte zu bekommen.“ Denn auch Länder wie Rumänien, Ungarn oder Deutschland würden ebenso unter Fachkräftemangel leiden. „Daher muss künftig verstärkt auf die Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte aus Drittstaaten gesetzt werden.“