Wien

Taxifahrer entjungferte 16-Jährige: Prozess um sexuellen Missbrauch

Symbolfoto.
© TT/Thomas Böhm

Der dreifache Vater soll sich an insgesamt drei weiblichen Fahrgästen vergangen haben. Einer jungen Frau folgte er laut Anklage in ihre Wohnung, wo er über die Schlafende herfiel.

Wien – Ein 48-jähriger Wiener Taxifahrer soll drei weibliche Fahrgäste missbraucht haben. Sein jüngstes Opfer war 16. Laut Anklage war das Mädchen infolge einer erheblichen Alkoholisierung nicht in der Lage, den zudringlichen Mann abzuwehren. Dieser soll sie am Beifahrersitz seines Taxis entjungfert haben. Der Mann sprach am Dienstag in seiner Verhandlung am Landesgericht von einvernehmlichem Sex.

Ins Schlafzimmer gefolgt: Angeklagter kann sich nicht erinnern

Der Taxifahrer übt seinen Beruf seit 25 Jahren aus. Er ist verheiratet und für drei Kinder sorgepflichtig. Im April 2010 soll er den angeschlagenen Zustand einer damals 20-Jährigen ausgenutzt haben. Er chauffierte die angetrunkene junge Frau nach Hause und brachte sie bis zu ihrer Wohnungstür. Weil sie die Tür nicht hinter sich abschloss, folgte er ihr bis ins Schlafzimmer. Die Frau legte sich ins Bett und schlief innerhalb kürzester Zeit ein.

In weiterer Folge soll der Mann die wehrlose Frau der Anklage zufolge penetriert haben. Er stritt diesen Vorwurf grundsätzlich nicht ab, machte aber Erinnerungslücken geltend: „Ich war schon dort. Was genau passiert ist, weiß ich nicht mehr.“ Und weiter: „Ich muss mit ihr geschlafen haben. Wie die Umstände genau waren, kann ich nicht mehr genau sagen.“ Wenn die Frau „es so sagt, soll es gewesen sein. Wie es passieren konnte, weiß ich nicht mehr“.

„Einvernehmlicher“ Sex mit 16-Jähriger

Im März 2011 nahmen sich zwei Mädchen, die in einer Bar gefeiert hatten, ein Taxi. Der 48-Jährige brachte die eine zunächst nach Hause, mit der anderen ging es noch weiter. Während der Fahrt sei es plötzlich zu Berührungen mit der neben ihm Sitzenden gekommen, schilderte der Angeklagte dem Schöffensenat: „Wir haben uns die Hände gehalten. Es hat sich ergeben.“ Danach hätte man sich geküsst, als er bei einer roten Ampel anhalten musste: „Es ist einfach passiert.“

Bei einem weiteren Stopp habe er mit der 16-Jährigen „einige Zeit geküsst und gekuschelt. Fünf oder sechs Minuten“. Schließlich habe sich das Mädchen erkundigt, ob er ein Kondom dabei hätte. Das habe er bejaht. Darauf sei ein „Ich will es mit Kondom machen“ gekommen. Sie hätte sich ausgezogen, er sich ebenfalls entkleidet, behauptete der 48-Jährige: „Hätte sie Nein gesagt, hätte ich nichts gemacht.“ Außerdem habe er geglaubt, dass sie älter als 18 und sexuell erfahren war. „Er ist davon ausgegangen, dass es einvernehmlich war“, betonte Verteidiger Philipp Winkler.

Taxifahrer soll Frau in die Unterhose gegriffen haben

Der dritte inkriminierte Vorfall spielte sich im August 2017 ab. Eine 24-jährige alkoholisierte und übermüdete Frau saß im Wagen, als sie der Mann zu betasten begann. Laut Anklage hatte der Taxifahrer plötzlich seine Hände in ihrer Unterhose. Wie die Staatsanwältin ausführte, schreckte die Frau auf, weil er plötzlich laut zu stöhnen begann. Für den Verteidiger war fraglich, ob die behaupteten Berührungen überhaupt stattgefunden hatten. Er verwies darauf, dass am Slip der Frau keine fremden DNA-Spuren nachgewiesen werden konnten.

Während der zeugenschaftlichen Einvernahmen der drei Frauen wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Der beigezogene Gerichtspsychiater Peter Hofmann stufte den Angeklagten nicht als derart gefährlich an, dass im Fall eines Schuldspruch dessen Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher erforderlich erscheine. Hofmann bescheinigte dem Mann jedoch „ein Nutzen von Gelegenheiten der Wehrlosigkeit“. (APA)