Zürcher Börse schließt deutlich tiefer
Zürich (APA/dpa-AFX) - Dem Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag die hohe Gewichtung der Roche-Genussscheine zum Verhängnis geworden. Deutli...
Zürich (APA/dpa-AFX) - Dem Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag die hohe Gewichtung der Roche-Genussscheine zum Verhängnis geworden. Deutliche Kursverluste bei den Pharma-Aktien haben den Gesamtmarkt ins Minus gedrückt. Dabei hatte sich der Leitindex SMI zum Start noch zögerlich freundlich präsentiert, drehte dann aber bald ins Minus und baute dieses bis Handelsschluss noch aus.
Wie ein Händler erklärte, gab es zuletzt vor allem am Devisenmarkt einige größere Verschiebungen, allen voran die Schwäche des US-Dollars. Dies werfe bei Investoren Fragen über mögliche Belastungen der Unternehmen auf, die einen Großteil ihrer Umsätze in US-Dollar buchen.
Die Berichtssaison nimmt erst ab der kommenden Woche an Fahrt auf. So lange stehen die Ergebnisse ausländischer Konkurrenten wie etwa der US-Großbank Citigroup im Fokus. Die Steuerreform von US-Präsident Trump bescherte dem US-Finanzhaus einen Milliardenverlust.
Der Swiss Market Index (SMI) ging um 0,77 Prozent tiefer bei 9.464,48 Punkten und damit auf dem Tagestief aus dem Handel. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) schloss mit einem Abschlag von 0,50 Prozent bei 1.551,47 Punkten und der breite Swiss Performance Index (SPI) gab um 0,64 Prozent auf 10.878,33 Punkte nach.
Die mit Abstand größten Verluste wiesen erneut die Anteilsscheine von Roche (-3,4 Prozent) auf. Auslöser für den Abverkauf war ein Interview in der „Financial Times“ mit Konzernlenker Severin Schwan. Darin warnte er vor Margendruck und forderte „realistische Erwartungen“ der Investoren. Zudem erzielte Konkurrent Merck mit seinem Immuntherapeutikum Keytruda positive Daten in einer Phase-III-Studie zur Behandlung von Lungenkrebs, was laut Börsianern zusätzlich auf die Stimmung drückte.
Angesichts der Kursverluste von Vifor (-0,8 Prozent) unter den Blue Chips, sowie Abgaben zwischen 2,1 und 1,5 Prozent im breiten Markt etwa von Newron, Cosmo und Kuros gehörten verschiedene Vertreter aus dem Gesundheitssektor zu den größeren Verlieren.
Deutlich abwärts ging es auch für Blue Chips wie Geberit, Swatch und Logitech, die zwischen 1,0 und 0,8 Prozent verloren. Der Sanitärtechnikkonzern Geberit wird noch an diesem Donnerstag Umsatzzahlen für 2017 vorlegen.
Im breiten Markt schloss Lindt & Sprüngli um 3,3 Prozent tiefer. Der Schokoladeproduzent hat insbesondere mit dem organischen Wachstum im vergangenen Jahr bzw. im zweiten Semester die Erwartungen der Analysten enttäuscht. Aber auch das Geschäft in Nordamerika habe für eine gewisse Ernüchterung gesorgt.
Am anderen Ende der Kurstafel gingen die Papiere von Meyer Burger um 7,8 Prozent fester aus dem Handelstag. Noch deutlicher gewannen nur die Aktien von New Venturetec (+12 Prozent) hinzu.
~ ISIN CH0009980894 ~ APA520 2018-01-16/18:35