Blackrock-Chef will mehr gesellschaftliche Verantwortung von Firmen

New York (APA/AFP) - Der Chef von Blackrock, dem weltweit größten Vermögensverwalter aus den USA, hat die Unternehmenslenker an ihre gesells...

New York (APA/AFP) - Der Chef von Blackrock, dem weltweit größten Vermögensverwalter aus den USA, hat die Unternehmenslenker an ihre gesellschaftliche Verantwortung erinnert. Um langfristig zu wachsen, müsse jedes Unternehmen nicht nur gute finanzielle Ergebnisse erzielen, sondern gleichzeitig beweisen, dass es einen positiven Beitrag zur Gesellschaft leiste, schrieb Larry Fink in einem Brief an die Konzernchefs.

Alle müssten profitieren: Aktionäre, Beschäftigte, Kunden und die Gemeinschaft, in der ein Unternehmen tätig sei, so Fink in seinem jährlichen Brief an die Lenker großer Unternehmen. Fink verwies auf eine zunehmend ungerechte Verteilung von Vermögen weltweit: Seit der Finanzkrise hätten Kapitalbesitzer enorme Gewinn gemacht, besonders durch den Höhenflug der Aktienkurse im vergangenen Jahr. Auf der anderen Seite gebe es „zahlreiche Menschen“ auf der ganzen Welt, die mit „Niedrigzinsen, sinkenden Einkommen und nicht angepassten Pensionssystemen“ zurechtkommen müssten.

Fertig werden müssten die Menschen auch mit zahlreichen Regierungen, die es nicht schafften, ihre Länder für die Zukunft fit zu machen. Fink zählte hier Pensionssysteme, Infrastruktur, die Automatisierung sowie die berufliche Ausbildung auf. Die Gesellschaft sei daher zusehends auf private Unternehmen angewiesen und verlange Antworten.

Fink reagiert damit auf den Trend, dass vor allem institutionelle Anleger sich um die politischen und sonstigen Folgen etwa für Umwelt oder Gesellschaft ihrer Investitionen kümmern. Aktuellstes Beispiel sind zwei Apple-Großaktionäre, der Beteiligungsfonds Jana Partners LLC und der kalifornische Lehrerpensionsfonds Calstr, die den Internetriesen aufgefordert hatten, etwas gegen den exzessiven Gebrauch des iPhones zu tun.