Deutsche Politiker empört über iranische Agententätigkeit

Berlin (APA/dpa) - Nach den Durchsuchungen von Wohnungen und Geschäftsräumen zehn mutmaßlicher iranischer Agenten warnt der ehemalige Wehrbe...

Berlin (APA/dpa) - Nach den Durchsuchungen von Wohnungen und Geschäftsräumen zehn mutmaßlicher iranischer Agenten warnt der ehemalige Wehrbeauftragte des deutschen Bundestages, Reinhold Robbe (SPD), vor den Spionagetätigkeiten des Landes. Der Iran gehöre zu den aktivsten Staaten, die in der Bundesrepublik Spionage betrieben, sagte er der „Mitteldeutschen Zeitung“ (Mittwoch).

Auch die Zahl ausspionierter Objekte nehme zu. „Leider hat es noch keine Festnahmen gegeben“, sagte er. Zuvor war der Zeitung zufolge bekannt geworden, dass ein Agent auch Robbe ausspioniert hatte - offenbar im Auftrag des Irans.

Die zehn Beschuldigten sollen laut deutscher Bundesanwaltschaft im Auftrag „einer dem Iran zuzurechnenden geheimdienstlichen Einheit“ Institutionen und Personen in Deutschland ausgespäht haben. Mehr Details wurden nicht genannt.

Das Nachrichtenmagazin „Focus“, das zuerst berichtet hatte, sprach von Durchsuchungen in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Berlin. Danach sind die Verdächtigen Mitglieder der sogenannten Quds-Brigaden, einer Spezialeinheit der iranischen Revolutionsgarden.

Der bisherige Vorsitzende der deutsch-iranischen Parlamentariergruppe, Rolf Mützenich (SPD), erklärte: „Das ist ein schwerwiegender Vorgang. Es gibt im Iran Gruppen, die seit 1979 massiv gegen Gegner vorgehen. Jetzt richtet sich das gegen einen deutschen Spitzenpolitiker. Das ist eine neue Qualität.“