USA

13 gefangen gehaltene Kinder: Eltern müssen am Donnerstag vor Gericht

Hinter der Fassade dieses idyllischen Hauses spielte sich die Familientragödie ab.
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Die Kinder befinden sich derzeit noch im Krankenhaus. Sie waren sowohl physisch als auch psychisch in einem sehr schlechten Zustand.

Perris – Das kalifornische Ehepaar, das seine 13 Kinder unter grausamen Bedingungen gefangen gehalten haben soll, soll am Donnerstag vor Gericht erscheinen. Das berichtete CNN am späten Dienstagabend (Ortszeit). Dem Paar aus der Stadt Perris südöstlich von Los Angeles werden schwere Misshandlung und Kindesgefährdung vorgeworfen, wie das Bezirkssheriffbüro in Riverside am Montag mitgeteilt hatte. Die Behörde spricht von „Folter“ (torture).

Die Eltern wurden festgenommen, die Kaution für eine Freilassung wurde dem Sheriffbüro zufolge auf hohe 9 Millionen Dollar (7,3 Millionen Euro) pro Person gesetzt. Die Eltern haben laut Polizei immer noch nicht erklären können, warum sie ihrem eigenen Nachwuchs etwas derart schreckliches antun konnten. Die Kinder werden im Krankenhaus behandelt, sowohl physisch als auch psychisch sind sie schwer angeschlagen.

Erschütternde Szenen im Haus

Der Fall war ans Licht gekommen, weil sich eine 17-Jährige Tochter der Familie am Sonntag befreien und per Handy die Polizei informieren konnte, wie das Büro des Bezirkssheriffs mitgeteilt hatte. Wie lange die Kinder gefangen gehalten wurden, blieb zunächst unklar. Die Großeltern erzählten gegenüber Medien, dass sie ihre Enkel seit Jahren nicht gesehen hätten. Die Eltern sollen streng religiös gewesen sein.

Dem Bericht des Bezirkssheriffs zufolge fanden Polizisten in dem Haus erschütternde Szenen vor. Einige der Geschwister im Alter zwischen zwei und 29 Jahren seien mit Ketten und Vorhängeschlössern an ihre Betten gefesselt gewesen. Alle seien unterernährt gewesen und sehr schmutzig. Sechs der 13 Geschwister sind den Angaben zufolge minderjährig. Auf Bildern in Sozialen Medien hätten die Eltern das Bild einer perfekten Familie vermittelt, berichtete CNN. (dpa)

Das Haus wird von Journalisten belagert.
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