Kufstein

Millionen-Außenstände schmälern Spitalsbudget

Symbolbild.
© E+

Der Kufsteiner Krankenhausverband hat für heuer 115 Mio. Euro verplant. 20 Millionen Euro sind derzeit von ausländischen Patienten offen.

Von Wolfgang Otter

Kufstein –Nicht nur den Kufsteiner Krankenhauserhaltern fehlen die ausstehenden Zahlungen von ausländischen Versicherern im Jahresbudget. Tirolweit waren es mit Ende 2017 an die 65,8 Millionen Euro, die Gastpatienten bzw. deren Versicherungen den Krankenanstalten im Land schuldeten. Im Schnitt dauert es bis zu eineinhalb Jahre, bis diese Rechnungen beglichen werden (was innerhalb der gesetzlich dafür vorgesehenen Frist liegt), bei strittigen Fällen können es auch bis zu drei Jahre werden.

Für den Krankenhausverband Kufstein bedeuten diese rund 20 Millionen Euro Außenstände fast ein Sechstel des jährlichen Budgets. Für 2018 haben nämlich die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister einen rund 115,5 Mio. Euro hohen Voranschlag genehmigt. 7,2 Millionen Euro steuern dabei die Kommunen des Bezirkes bei. „Das ist der gleiche Betrag wie im Vorjahr“, berichtet Verbands­obmann Rudolf Puecher, Bürgermeister von Brixlegg. Das Vorjahr habe sich besser entwickelt, wie Puecher berichtet, daher konnte der Beitrag belassen werden, wobei auch Geld aus den Beiträgen zurückgelegt werde.

Neben zahlreichen längerfristigen Projekten wie der digitalen Erfassung der Krankengeschichte, einem Projekt für mehr Energieeffizienz und Sanierung und Umbau der Stationen wird Geld für den neuen MRT und die Speisesaalerweiterung benötigt, auch die Krankenpflegeschule schlägt sich mit acht Mio. Euro nieder. Sie soll heuer noch gebaut werden.

„Zudem müssen wir den neuen Bettentrakt angehen. Noch heuer soll die Planung beginnen“, sagt Puecher. Bekanntlich liegt bereits ein Siegerprojekt aus einem Architektenwettbewerb für diesen dringend notwendigen Anbau vor. Demnach soll das Haus dann rund 440 statt der derzeitigen 388 Betten erhalten, an die 50 Millionen Euro soll der Anbau kosten. Hier könnte es aber noch eine Änderung bezüglich der Anzahl der Betten geben. Eng mit dem neuen Krankenhaustrakt ist auch die Senioren-Pflegeklinik des Landes Tirol mit 24 Betten verbunden, die in diesem neuen Trakt untergebracht werden soll. „Aber die Kosten für diese Klinik betreffen alleine das Land“, erklärt der Verbandsobmann.

Das Krankenhaus ist zugleich der größte Arbeitgeber des Bezirks. Derzeit finden 1400 Voll- und Teilzeitbeschäftigte hier Arbeit. 70 Millionen Euro fließen in die Kosten für die Angestellten. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben auch alle Hände voll zu tun: 2017 wurden im KH Kufstein 30.012 stationäre Patienten behandelt, davon 7242 „tagesklinisch“. Ambulante Patienten waren es 105.000. „Es gab auch 1097 Geburten im Haus“, wie Obmann Puecher mitteilt.

Für Sie im Bezirk Kufstein unterwegs:

Theresa Aigner

Theresa Aigner

+4350403 2117

Michael Mader

Michael Mader

+4350403 3050

Wolfgang Otter

Wolfgang Otter

+4350403 3051