Europas Leitbörsen zur Eröffnung überwiegend schwächer
Frankfurt am Main (APA) - Nachdem die US-Börsen etwas schwächer geschlossen haben, hat sich an den europäischen Leitbörsen am Mittwoch Vorsi...
Frankfurt am Main (APA) - Nachdem die US-Börsen etwas schwächer geschlossen haben, hat sich an den europäischen Leitbörsen am Mittwoch Vorsicht verbreitet. Zum Handelsstart tendierten fast alle Aktienmärkte im Minus. Für Impulse sorgten Geschäftsberichte. Der Euro-Stoxx-50 stand gegen 10.00 Uhr mit minus 0,20 Prozent oder 7,18 Punkte bei 3.614,83 Einheiten.
Der DAX in Frankfurt verlor 0,19 Prozent oder 25,20 Zähler auf 13.221,13 Punkte. In London zeigte sich der FTSE-100 mit minus 0,24 Prozent oder 18,83 Einheiten auf 7.737,10 Punkte.
Angesichts der Risiken für eine neue Finanzkrise fordern deutsche und französische Ökonomen grundsätzliche Reformen in der Eurozone. „Die Europäische Währungsunion hat nach wie vor erhebliche Schwächen, ihre institutionelle und finanzielle Architektur ist instabil“, heißt es in einem Papier, das am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. Die Autoren fordern unter anderem, die undurchsichtigen Schuldenregeln des Maastricht-Vertrages zu ändern und ein europäisches Sicherungssystem für Sparguthaben einzurichten.
Zwar bleibt auch der Euro im Fokus. Er ist inzwischen jedoch wieder deutlich gesunken, nachdem er in der Nacht zum Mittwoch bei 1,2322 US-Dollar ein neues Hoch seit Ende 2014 erreicht hatte. Aktuell wird er exakt einen Cent tiefer gehandelt. Doch kann sich das Blatt auch rasch wieder drehen. Ein steigender Euro kann exportstarke Unternehmen aus der Eurozone generell belasten, da deren Produkte dann tendenziell teurer für Käufer außerhalb des Währungsraums werden.
Im Verlauf könnten noch die Verbraucherpreise und Daten zur Bauproduktion aus der Eurozone Impulse liefern. Am Nachmittag stehen in den USA Zahlen zur Industrieproduktion am Programm.
Bei den Einzelwerten haben einige Geschäftsberichte das Interesse der Anleger geweckt. So hat der Chipausrüster ASML hat im vergangenen Jahr kräftig vom Branchenboom profitiert. Der Umsatz stieg um ein Drittel auf 9,05 Milliarden Euro. Die Aktien schossen um über fünf Prozent in die Höhe.
In Frankreich wartete Alstom mit ihrer Zahlenvorlage auf. Die Alstrom-Titel legten um 0,2 Prozent zu. Der Konzern legte für das dritte Quartal volle Auftragsbücher vor. Von Oktober bis Dezember summierten sich die Aufträge auf 1,7 Mrd. nach einer Milliarde in der Vergleichsperiode im Jahr zuvor.
In London sackten die Aktien von Burberry um über sieben Prozent ab. Der Umsatz des Modeunternehmen fiel überraschend niedrig aus. Auch Melrose fielen um 1,8 Prozent. Der Industriekonzern will den Komponentenhersteller GKN für 7,4 Mrd. Pfund übernehmen. Die Übernahmeabsichten waren bereits vergangene Woche bekannt geworden, von GKN jedoch abgelehnt worden. Die Aktien des Komponentenherstellers gewannen 0,4 Prozent.
In der Schweiz kommt der Pharmakonzern Novartis mit seiner personalisierten Zelltherapie Kymriah (Tisagenlecleucel) in den USA erneut einen Schritt weiter. Die US-Gesundheitsbehörde hat dem Mittel den Status „Priority Review“ erteilt. Allerdings gaben die Aktien um 0,3 Prozent ab.
Außerdem stiegen Nestle um 0,2 Prozent. Der Lebensmittelriese verkauft sein US-Süßwarengeschäft für umgerechnet 2,29 Milliarden Euro an Ferrero.
~ ISIN EU0009658145 ~ APA160 2018-01-17/10:33