Wintersport

Vorfall vor 44 Jahren: Berichte über „Justizakt Toni Sailer“

Toni Sailer auf einem Archivbild von Oktober 2003.
© gepa

Skilegende Toni Sailer wurde im Jahr 1974 im März in Zakopane in Polen festgenommen. Es stand der Verdacht einer Vergewaltigung im Raum.

Wien, Kitzbühel - Österreichs Jahrhundertsportler Toni Sailer ist gut acht Jahre nach seinem Tod mit einer Affäre aus dem Jahr 1974 in den medialen Mittelpunkt gerückt. Die Tageszeitung „Der Standard" sowie die Online-Medien dossier.at und oe1.orf.at berichteten am Mittwoch von einem „Akt Toni Sailer".

Demnach soll Sailer vor 44 Jahren in Zakopane eine Polin verletzt haben. Sailer, damals ÖSV-Sportdirektor und als solcher beim Alpin-Weltcup in Zakopane, soll von einer polnischen Prostituierten der Vergewaltigung bezichtigt worden und von der Polizei festgenommen worden sein.

Nach Intervention der österreichischen Regierung beim damals zum Ostblock gehörenden Polen soll der Vorwurf von Notzucht auf Körperverletzung heruntergestuft und schließlich das Verfahren eingestellt worden sein.

Sailer habe die Vorwürfe stets zurückgewiesen und behauptet, dass ihm eine Falle gestellt worden sei, berichtete der „Standard".

Die Kitzbüheler Skilegende hat mit drei Olympiasiegen 1956 in Cortina d'Ampezzo und insgesamt sieben Weltmeister-Titeln Ski-Geschichte geschrieben und war 1999 zu Österreichs Jahrhundertsportler gewählt worden. Sailer erlag am 24. August 2009 im Alter von 73 Jahren einem Krebsleiden.

Weirather-Kritik an Sailer-Berichten

Hahnenkammrennen-Vermarkter Harti Weirather übte Kritik an den berichten über Sailer. "Dass man jetzt die Hahnenkammrennen und diese Bühne hier missbraucht, finde ich nicht okay", sagte der Abfahrtweltmeister von 1982 im Gespräch mit der Austria Presse Agentur am Mittwoch in Kitzbühel.

Er finde es einfach nicht in Ordnung, dass man "genau zu diesem Termin irgendeine Story ausgräbt - noch dazu über einen Menschen, der nicht mehr lebt", so Weirather, der mit seiner Firma WWP die Hahnenkammrennen vermarktet. Hier werde medial "sicher überzogen", erklärte der Tiroler.

Zu den sonstigen in jüngster Vergangenheit aufgetauchten Vorwürfen der sexuellen Belästigung bzw. des sexuellen Missbrauchs im Umfeld des Skisports, meinte Weirather, dass man dies nun "professionell aufarbeiten" müsse. "Und das passiert auch", zeigte er sich überzeugt. Weirather hatte einst selbst die in diesem Zusammenhang in die Schlagzeilen geratene, ehemalige Skihauptschule Neustift sowie das Skigymnasium Stams besucht. (APA)

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