Steinschlagrisiko auf Landecker Straße am Prüfstand
Nach dem jüngsten Steinschlag vergangene Woche auf der Landecker Straße will das Land nun die Situation neu überprüfen. Auch für die Reschenstraße - auf der es letztes Jahr bei einem Steinschlag ein Todesopfer gab - soll eine Risikoeinschätzung bis zum Frühsommer vorliegen.
Landeck, Fließ — 14 Stunden lang musste die Landecker Straße (L 76) südlich der Landecker Stadteinfahrt vergangene Woche nach einem Felsabbruch gesperrt werden. Vertreter der umliegenden Gemeinden schlagen Alarm, orten sie doch seit Jahren ein Gefahrenpotential und fordern die Errichtung einer Galerie — die TT berichtete.
Nun will das Land Tirol die Steinschlagsituation zwischen Landeck und Fließ neuerlich beurteilen. Eine Grundlagenerhebung erfolgte demnach auch für die Reschenstraße (B 180), auf der es nach einem ähnlichen Ereignis im vergangenen Jahr ein Todesopfer gab. Im Frühsommer sollen dann die aktuellen Risikoeinschätzungen für beide Straßenverbindungen vorliegen, teilt das Land am Mittwoch in einer Aussendung mit.
„Ich weiß, der Schock sitzt tief und ich kann auch den Wunsch nach einer Galerie nachvollziehen. Wir schauen uns die Lage ganz genau an und werden dann entscheiden", so Straßenbaureferent LHStv. Josef Geisler.
Beschaffenheit macht Gestein anfällig
Aufgrund der ausgeprägten Schieferung und dem hohen Zerlegungsgrad des Gesteins gab es in der Vergangenheit immer wieder Block- und Steinschlagereignisse im Bereich zwischen Landeck und Fließ. In den Jahren 2014 bis 2016 wurden deshalb oberhalb der L 76 auf einer Strecke von sieben Kilometern um 1,5 Millionen Euro umfangreiche Sicherungsarbeiten durchgeführt und Blocksicherungen, Felsvernetzungen und Steinschlagschutzzäune angebracht.
„Die bisher gesetzten Sicherungsmaßnahmen an der L 76 haben sich bewährt. Die neuerliche genaue Untersuchung des Felsen wird zeigen, ob sich die Situation seit der letzten umfangreichen Beurteilung vor vier Jahren maßgeblich verändert hat", führt Christian Molzer, Vorstand der Abteilung Verkehr und Straße aus. Für eine seriöse Beurteilung müsse man allerdings auf den Frühling warten, so der Experte. (TT.com)