Tirol

Taxler mit Pistole bedroht, Waffenlager im Haus

(Symbolfoto)
© Böhm/TT

Der Angeklagte muss sich wegen gefährlicher Drohung, Vergehen nach dem Waffengesetz und Unterschlagung vor Gericht verantworten.

Innsbruck –Im April hatte ein Telfer einen Cobra-Einsatz ausgelöst – die TT berichtete. Dass das Sondereinsatzkommando natürlich niemals ganz umsonst anrückt, liegt auf der Hand. In diesem Fall hatte ein geschockter Taxifahrer den Notruf betätigt, nachdem er es offenbar mit einem besonders seltsamen Fahrgast zu tun bekommen hatte.

Zuvor hatte sich der nun am Dienstag am Landesgericht wegen gefährlicher Drohung, Vergehen nach dem Waffengesetz und Unterschlagung angeklagte 30-Jährige nämlich per Taxi nämlich ganz normal zu seiner Wohnadresse chauffieren lassen. Und dort den Taxler gebeten, schnell zu warten, damit er den Fuhrlohn aus der Wohnung holen könne. Zurück war der Alkoholisierte jedoch gleich mit zwei Waffen gekommen.

Staatsanwalt Hansjörg Mayr auf Anfrage der TT: „Der Angeklagte soll nach den Erhebungen darauf mit einer Langwaffe über der Schulter und einer Glock-Pistole in der Hand zum Taxifahrer geschritten sein. Laut Aussagen des Opfers soll der Angeklagte die Pistole weiters vor ihm mehrfach repetiert haben und auf die Füße des Taxifahrers gezielt haben.“

Kurioses Detail: Anschließend wollte sich der Oberländer nach Bezahlung des Fuhrlohns vom selben Taxler in ein nahes Hotel fahren lassen. Zuvor hatte er während des Repetierens mit dem Lenker jedoch kein Wort gewechselt.

Nach so einem Vorfall ist für die Polizei natürlich auch die Wohnung eines derartig Verdächtigen von Interesse. Die Hausdurchsuchung ließ dann bei den Beamten einige Augenbrauen hochgehen. Fand sich bei dem Oberländer doch ein ganzes Waffen­arsenal. Übungsmunition, Knallkörpergranaten und Leuchtspurgeschosse reihten sich an Nebel- und Tränengasgranaten sowie an einen Maschinengewehrpatronengurt mit 67 Patronen.

Fast alle diese Dinge sollen laut Staatsanwaltschaft übrigens von Milizübungen des Österreichischen Bundesheeres stammen. Es handelt sich also teils um Kriegsmaterial. Für den Oberländer gilt die Unschuldsvermutung. (fell)

Für Sie im Bezirk Innsbruck unterwegs:

Renate Perktold

Renate Perktold

+4350403 3302

Verena Langegger

Verena Langegger

+4350403 2162

Michael Domanig

Michael Domanig

+4350403 2561