Rohingya - Hilfsorganisation warnt eindringlich vor Überschwemmungen
Yangon (Rangun)/Wien (APA) - Den geflüchteten Rohingya in Bangladesch stehen nach Einschätzung des Kinderhilfswerks „Plan International“ dra...
Yangon (Rangun)/Wien (APA) - Den geflüchteten Rohingya in Bangladesch stehen nach Einschätzung des Kinderhilfswerks „Plan International“ dramatische Wochen bevor: Durch die Regenzeit im Frühsommer drohten Überschwemmungen und Erdrutsche. Die Situation der rund 866.000 Menschen in den Flüchtlingscamps der Region Cox‘s Bazar könnte sich dadurch drastisch verschärfen, so „Plan International“ am Mittwoch in einer Aussendung.
Die Situation sei deswegen besonders prekär, weil das Regenwald-Gebiet im Südosten des Landes für den Bau der Zelte gerodet worden sei. Der Boden werde deshalb die Wassermassen nicht aufnehmen können. „Die Situation ist bereits jetzt mehr als dramatisch - doch nun bahnt sich mit Beginn der Regenzeit eine weitere Katastrophe an“, sagte Maike Röttger, Vorsitzende der Geschäftsführung von „Plan International“ Deutschland und Österreich, laut der Aussendung. Die Menschen in den „notdürftig zusammengebauten Zelten aus Bambus und Plastikplanen“ seien „dem Monsun schutzlos ausgeliefert“.
Die Regenzeit berge auch die Gefahr, dass sich Krankheitserreger schneller ausbreiten. Außerdem stelle sie ein Problem für die Trinkwasserversorgung dar. Überflutete Straßen und Wege könnten überdies die Versorgung mit Hilfsgütern verhindern.
Die muslimischen Rohingya waren nach Bangladesch geflohen, als die Gewalt gegen sie im mehrheitlich buddhistischen Myanmar im August eskaliert war. Am Dienstag einigten sich Bangladesch und Myanmar auf eine Rückführung, über die sich UNO-Generalsekretär Antonio Guterres besorgt gezeigt hat. Die Rückkehr müsse auf freiwilliger Basis erfolgen und die Rohingya müssten in ihre Häuser zurückkehren dürfen. „Das Schlimmste wäre, die Menschen von Lagern in Bangladesch in Lager in Myanmar zu bringen“, sagte Guterres am Dienstag in New York.