EU-Energiesparpaket - Wirtschaft kritisiert höhere Einsparziele

Wien (APA) - Die heute vom EU-Parlament geforderten höheren Einsparziele für die europäische Energiepolitik stoßen in Österreich auf gemisch...

Wien (APA) - Die heute vom EU-Parlament geforderten höheren Einsparziele für die europäische Energiepolitik stoßen in Österreich auf gemischte Reaktionen. Während die Wirtschaftskammer die vom EU-Parlament eingeschlagene Richtung kritisiert, wird sie von der IG Windkraft und den NEOS befürwortet.

„Die nun eingeschlagene Richtung des Parlaments geht in die falsche Richtung“, kritisiert Stephan Schwarzer, Leiter der WKÖ-Abteilung für Umwelt- und Energiepolitik, am Mittwoch in einer Aussendung. Die europäische Energiepolitik dürfe nicht zum Hemmschuh von Wirtschaftswachstum und Wettbewerbsfähigkeit.

Ein verschärftes quantifiziertes 2030-Zielbündel von 40 Prozent Treibhausgasreduktion, Verbesserung der Energieeffizienz um mindestens 35 Prozent als auch Anstieg des Anteils der erneuerbaren Energien auf 35 Prozent gefährde den Wirtschaftsstandort Österreich. Der Zugang zu leistbarer und sicherer Energie sei unerlässlich. „Zu hoch gesteckte Ziele bewirken nichts für den Klimaschutz, gefährden aber die Versorgungssicherheit“, warnt Schwarzer.

Die IG Windkraft spricht von einem Erfolg für die Erneuerbaren im EU-Parlament. „Jetzt muss sich die österreichische Bundesregierung zur Sicherung der Ausbaupläne bei den erneuerbaren Energien ebenfalls vehement für höhere Ziele im EU-Rat aussprechen“, so Geschäftsführer Stefan Moidl.

Erfreut über das heutige Abstimmungsergebnis zu erneuerbaren Energien zeigt sich auch NEOS-Europaabgeordnete Angelika Mlinar. Die Erhöhung der Zielwerte sei ein wichtiges Signal. Mlinar hofft, dass dies in den Verhandlungen mit den zuständigen EU-Ministern Zustimmung findet. Darüber hinaus sei auch das Verbot von Palmöl als Kraftstoff für Fahrzeuge bzw. „Biodiesel“ ein wichtiger Schritt zur weltweiten Nachhaltigkeit.

Zu wenig ambitioniert sieht indes die Umweltschutzorganisation Global 2000 die heutigen Beschlüsse. Konkret habe sich das EU-Parlament heute für eine Steigerung der Energieeffizienz in Europa um 35 Prozent bis 2030 ausgesprochen. Das sei eine Abschwächung der bisherigen Position einer Steigerung um 40 Prozent. Gleichzeitig spreche sich das Europaparlament für einen Ausbau erneuerbarer Energie um 35 Prozent bis 2030 aus, auch das liegt laut Global 2000 weit unter den Möglichkeiten. Studien zeigten, dass europaweit ein Anteil erneuerbarer Energie von mindestens 45 Prozent möglich wäre.

~ WEB www.neos.eu

https://news.wko.at/presse ~ APA480 2018-01-17/16:01